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Islamistischer Terror Anschlagsserie in Somalia

29.10.2008 ·  Bei fünf nahezu gleichzeitig verübten Anschlägen in den beiden größten Städten Nordsomalias sind nach vorläufigen Angaben mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Die Anschläge richteten sich gegen ein UN-Büro, das ägyptische Konsulat sowie den Präsidentenpalast in der Hauptstadt der selbsternannten Republik Somaliland

Von Thomas Scheen, Johannesburg
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Bei fünf nahezu gleichzeitig verübten Anschlägen in den beiden größten Städten Nordsomalias sind nach vorläufigen Angaben mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Die Selbstmordanschläge ereigneten sich in der Hauptstadt der selbsternannten Republik Somaliland, Hargeisa, sowie in der Hauptstadt der autonomen Region Puntland, Bosasso.

Obwohl sich bislang niemand der Attentate bezichtigte, vermuten die Behörden radikale Islamisten als Täter. In Hargeisa war der Präsidentenpalast, die äthiopische Botschaft und ein Gebäude der Vereinten Nationen mit sprengstoffbeladenen Fahrzeugen angegriffen worden. Ein Sprecher der UN in Genf bestätigte den Angriff auf den Sitz des UN-Entwicklungsprogrammes (UNDP), der zudem andere UN-Agenturen beherbergt.

Vor der äthiopischen Botschaft seien zahlreiche Menschen, die um Visa anstanden, ums Leben gekommen, als dort ein Attentäter den Sprengsatz in seinem Fahrzeug zündete. Offizielle Totenzahlen gab es bis zum Nachmittag nicht. Nach Informationen lokaler Sicherheitskreise aber kamen bei den drei Attentaten 19 Personen ums Leben, darunter der Sekretär des somaliländischen Präsidenten Dahir Riyale Kahin.

Radikale Islamisten lehnen Waffenstillstandsvertrag ab

In Bosasso wiederum, der Hauptstadt der autonomen Region Puntland, waren am Mittwochmorgen zwei Gebäude des puntländischen Inlandsgeheimdienstes „Puntland Intelligence Services“ (PSI) angegriffen worden. Dabei sollen sechs Beamte sowie die beiden Attentäter umgekommen sein. Der PSI erhält seit geraumer Zeit umfangreiche finanzielle Hilfe aus dem Westen für den Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Obwohl nie bestätigt, dienen die beiden Gebäude des PSI in der Innenstadt Bosassos diversen amerikanischen Geheimdiensten regelmäßig als Stützpunkt.

Hintergrund der Anschläge ist mutmaßlich der Waffenstillstandsvertrag, den die somalische Übergangsregierung in Mogadischu am Wochenende mit einer Gruppe Islamisten, die als moderat bezeichnet wird, geschlossen hat. Dieses Abkommen wird von den radikalen Islamisten um Scheich Hassan Arweys abgelehnt. Bosasso ist die Heimat des Präsidenten der Übergangsregierung, Abdullahi Yusuf Ahmed. Somaliland wiederum ist Treffpunkt für die überwiegend in Djibouti und im Jemen lebenden moderaten Islamisten.

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Jahrgang 1965, politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Johannesburg.

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