Home
http://www.faz.net/-gq5-747xp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Islamfeindliches Video Ein Jahr Haft für mutmaßlichen Produzenten

Der mutmaßliche Produzent des islamfeindlichen Videos ist von einem amerikanischen Gericht zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Ihm wird vorgeworfen, gegen Bewährungsauflagen verstoßen zu haben.

© REUTERS Vergrößern Nakoula Basseley Nakoula wurde am 15. September von der Polizei in Los Angelese verhört

Der mutmaßliche Produzent des islamfeindlichen Films „Die Unschuld der Muslime“ ist nach Medienangaben wegen Verletzung von Bewährungsauflagen von einem Gericht in den Vereinigten Staaten zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Wie die „Los Angeles Times“ am Mittwoch auf ihrer Internetseite berichtet, bekannte sich Mark Basseley Youssef, der zeitweise auch den Namen Nakoula benutzte, in vier Punkten schuldig. Im Gegenzug ließ die Anklage vier Anschuldigungen fallen.

Der 55 Jahre alte Mann war Ende September verhaftet worden. Ihm wurden acht Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen vorgeworfen. Mitte Oktober hatte er die Vorwürfe zunächst abgestritten. Der amerikanische Staatsbürger ägyptischer Abstammung saß seither in Untersuchungshaft.

Alleged anti-Muslim filmmaker back in court, new name © AFP Vergrößern Diese Zeichnung zeigt den Angeklagten Nakoula im Gericht in Los Angeles am 27. September

Youssef war 2010 wegen Bankbetrugs auf Bewährung verurteilt worden. Zu den Auflagen gehörte, nur mit seinem echten Namen in Erscheinung zu treten und Bankkonten nur mit Kenntnis seines Bewährungshelfers zu unterhalten. Grund für die Beschränkungen war, dass er ungedeckte Schecks unter 14 verschiedenen Namen in Umlauf gebracht haben soll. Die Staatsanwaltschaft hatte Youssef zudem Internet-Surfing vorgeworfen. Er hätte nur mit ausdrücklicher Zustimmung seines Bewährungshelfers einen Computer und das Internet nutzen dürfen.

Der Amateur-Film „Unschuld der Muslime“, der den Propheten Mohammed beleidigt und Muslime verunglimpft, wurde im Sommer 2011 in der Nähe von Los Angeles gedreht. Im Internet  veröffentlichte Ausschnitte des Films lösten in diesem Sommer massive Proteste in der islamischen Welt aus. Bei Ausschreitungen in Libyen, Tunesien, Sudan und Pakistan wurden mehrere Menschen getötet.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Charlie Hebdo-Anschlag Al Qaida im Jemen bezichtigt sich des Angriffs

Zwar hatten die Charlie Hebdo-Attentäter laut Zeugenaussagen behauptet, sie handelten im Namen von Al Qaida im Jemen, doch fehlte bisher dafür ein Nachweis. Nun ist ein Video aufgetaucht, das die Behauptung zu bestätigen scheint. Mehr

14.01.2015, 11:11 Uhr | Politik
Urteil Middelhoff zu drei Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige Arcandor-Chef Middelhoff ist zu einer Strafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Der Vorwurf lautet Untreue und Steuerhinterziehung. Mehr

25.11.2014, 13:08 Uhr | Wirtschaft
Internet-Schwarzmarkt Mutmaßlicher Betreiber der Silk Road vor Gericht

Ross William Ulbricht soll Millionen gescheffelt haben, indem er über den Internet-Schwarzmarkt Silk Road Drogen, Waffen und allerhand anderes verkaufte. Nun startet der Prozess. Mehr

14.01.2015, 16:37 Uhr | Finanzen
Los Angeles Ausstellung würdigt deutsche Filmschaffende in Hollywood

In Los Angeles gibt es eine neue Ausstellung, die die deutschsprachigen Filmschaffenden in Hollywood würdigt. Die 30er und 40er Jahre seien durch die Einwanderer extrem bereichert worden, sagen die Verantwortlichen. Gerade Filme wie Casablanca oder Sunset Boulevard sollen in der Ausstellung geehrt werden, ebenso ihre Erschaffer. Mehr

23.10.2014, 15:06 Uhr | Feuilleton
Nach den Pariser Anschlägen Merkel nimmt Muslime in die Pflicht

Der Bundestag diskutiert über Islamismus. Die Bundeskanzlerin stellt sich vor die Muslime in Deutschland. Ein Generalverdacht verbiete sich. Doch sie richtet auch eine Forderung an die Angehörigen des Islam. Mehr

15.01.2015, 12:41 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.11.2012, 12:27 Uhr

Kleine Sprünge

Von Friederike Böge

Obwohl Indien neuerdings ein „guter Freund“ Amerikas ist, hat der indische Ministerpräsident Modi wahrscheinlich Hintergedanken zu diesem Verhältnis. Mehr 1