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Isaf-Mandat Nato will Truppen in Afghanistan aufstocken

06.10.2005 ·  Bald sollen „bis zu 15.000“ Soldaten in Afghanistan sein, hat Nato-Generalsekretär de Hoop Scheffer in Kabul angekündigt. Der Isaf-Einsatz soll auf den Süden des Landes ausgeweitet werden. Auch die Bundeswehr kann bis zu 3.000 Soldaten an den Hindukusch entsenden.

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Die Nato will ihre Truppen in Afghanistan aufstocken. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte am Donnerstag in der afghanischen Hauptstadt Kabul, durch die Ausweitung des Einsatzes der Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) würden mehrere tausend Soldaten zusätzlich ins Land kommen. Insgesamt würden dann „bis zu 15.000“ Soldaten in Afghanistan sein.

Im kommenden Jahr soll der Isaf-Einsatz auf den Süden des Landes ausgeweitet werden. Am Samstag hatte ein Nato-Sprecher gesagt, es sei geplant, die Nato-Truppen um etwa 6.000 Soldaten aufzustocken, die vor allem aus Großbritannien, Kanada und den Niederlanden kommen sollen.

Mehr Verantwortung für mehr deutsche Soldaten

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin sagte, die Planungen der Bundeswehr würden durch die Nato-Pläne nicht verändert.

In der vergangen Woche hatte der Bundestag mit breiter Mehrheit einer Erweiterung des Bundeswehr-Einsatzes im Rahmen der Nato-Schutztruppe in Afghanistan zugestimmt. Das Mandat wurde um ein Jahr verlängert und die Zahl der Soldaten von 2.250 auf 3.000 erhöht. Hintergrund ist die Bereitschaft Deutschlands, die militärische Verantwortung für die Mission der internationalen Isaf-Schutztruppe im gesamten Norden des Landes zu übernehmen.

Verstärkung wegen Wahlen

Die Isaf-Truppen sind seit dem Sturz des Taliban-Regimes im Jahr 2001 in Afghanistan im Einsatz, im August 2003 übernahm die Nato das Kommando. Derzeit befinden sich im Rahmen des Isaf-Einsatzes etwa 10.500 Soldaten in Afghanistan, unter ihnen sind rund 2.000 Soldaten, die zur Verstärkung während der Parlamentswahlen im September abgestellt worden waren. Sie sollen das Land gegen Ende des Monats wieder verlassen.

Die Isaf sollte anfangs die Hauptstadt Kabul und die Umgebung sichern, der Einsatz wurde jedoch schrittweise auf Provinzen im Norden und Westen des Landes ausgeweitet. Mitte kommenden Jahres ist eine Entsendung von Isaf-Soldaten in den Süden des Landes geplant, wo bislang 20.000 Soldaten im Rahmen des von den Amerikanern geführten Einsatzes „Enduring Freedom“ stationiert sind.

Weniger „günstige Situation“ im Süden

In der Region sind die radikalislamischen Taliban besonders aktiv; in letzter Zeit häuften sich dort die Anschläge. Washington vermutet zudem den Anführer des Terrornetzwerkes Al Qaida, Usama bin Ladin, in der Gegend. De Hoop Scheffer gestand ein, die Situation im Süden Afghanistans könne „weniger günstig“ als in den anderen Landesteilen sein.

Der von Afghanistans Präsident Hamid Karzai geforderten Zusammenlegung der Kommandos von Isaf-Truppen und der von den Amerikanern geführten Koalition erteilte der Nato-Generalsekretär eine vorläufige Absage. Eines Tages werde es allerdings einen ausschließlich von der Nato geführten Einsatz geben, betonte er. Seinen Angaben zufolge wollen die Nato-Mitgliedstaaten bei einem Treffen in London Ende Januar über die Einzelheiten der Ausweitung des Isaf-Einsatzes verhandeln.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP
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