http://www.faz.net/-gpf-930ai

Terror in Afghanistan : IS bekennt sich zu Anschlag auf schiitische Moschee in Kabul

  • Aktualisiert am

Männer inspizieren am Tag nach dem Anschlag die Räume der betroffenen Moschee. Bild: dpa

Mehr als 50 Menschen starben beim Selbstmordattentat in Kabul, das die Extremistenmiliz für sich reklamiert. Wer die Attacke auf eine Moschee in der Provinz Ghor verübte, ist unklar.

          Zu dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannt. Ein IS-Selbstmordattentäter namens Abu Omar der Turkmene habe die Tat begangen, erklärte die Gruppe am Samstag im Messengerdienst Telegram. Er habe seine Sprengstoffweste in der Menge „in einem Tempel der Polytheisten“ gezündet. Damit beschuldigte der sunnitische IS die Schiiten, an mehrere Götter zu glauben.

          Bei einem weiteren Attentat auf eine sunnitische Moschee im Zentrum des Landes waren am Freitag nach Polizeiangaben mindestens 33 Menschen getötet worden. Die Tat im Bezirk Dolaina der Provinz Ghor wurde ebenfalls von einem Selbstmordattentäter verübt. Unter den Todesopfern war ein Polizeikommandeur, dem der Anschlag mutmaßlich galt. Zu der Tat hat sich bislang niemand bekannt.

          Wiederholte Anschläge gegen Schiiten

          Bei dem Anschlag während des Freitagsgebets in der Kabuler Imam-Saman-Moschee waren nach Behördenangaben mindestens 56 Menschen getötet und 55 weitere verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Kinder. Anwohner berichteten in sozialen Medien von einer blutverschmierten Gebetshalle in Kabul und vielen Leichen, die hinausgetragen würden. Im Viertel Dascht-e Bartschi im Westen von Kabul leben mehrheitlich schiitische Hasaras. In der Vergangenheit hatte der IS bereits wiederholt Anschläge gegen Schiiten in Afghanistan verübt. Die Dschihadistenmiliz betrachtet die Schiiten als Ketzer.

          Es ist bereits der dritte Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul in knapp zwei Monaten. Ende September waren bei einem Angriff auf eine schiitische Moschee sieben Menschen getötet worden, Ende August starben bei einem weiteren Anschlag mindestens 28 Menschen. Ein ähnliches Attentat gab es Anfang August auch in der westafghanischen Stadt Herat, damals kamen 29 Menschen ums Leben. Fast jedes Mal kamen die Attentäter, wenn die Moscheen voll waren  entweder an einem hohen Feiertag oder während eines Freitagsgebets. Anschläge auf schiitische Moscheen hat bisher fast immer die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

          Weitere Themen

          „Souvlaki statt Seehofer“ Video-Seite öffnen

          #ausgehetzt in München : „Souvlaki statt Seehofer“

          Sie prangerten an, dass Seehofer, Söder und Co. eine Politik der Spaltung betreiben würden und demonstrierten gegen den Rechtsruck. Im Vorfeld hatte eine bizarre Plakatierungsaktion der Partei für Aufruhr gesorgt.

          Aufnahme von Weißhelmen bestätigt Video-Seite öffnen

          Außenminister Maas : Aufnahme von Weißhelmen bestätigt

          In einer Hilfsaktion hat Israel mehrere hundert syrische Weißhelme und deren Familien aus Syrien in Sicherheit gebracht. Sie sollen anschließend nach Jordanien und dann nach Deutschland, Kanada und Großbritannien weitergeleitet werden.

          Topmeldungen

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei einem bilateralen Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen Steve Mnuchin im April diesen Jahres in Washington

          Vor Treffen mit EU : Washington will Wegfall von Zöllen vorantreiben

          Zum Abschluss ihres Treffens warnen die G20-Minister vor den weltweiten Risiken eines Handelsstreits. Trumps Finanzminister Mnuchin sagt, es gehe um fairen Handel für sein Land. Scholz sieht keine Alternative zur multilateralen Zusammenarbeit.
          Alexandre Benalla (Mitte links), der mittlerweile entlassene Leibwächter des französischen Präsidenten, macht hier den Weg für seinen ehemaligen Chef Emmanuel Macron frei.

          Wegen Gewalt bei Demo : Ex-Leibwächter von Macron muss vor Gericht

          Die Affäre ist eine der größten Krisen seit Macrons Amtsantritt, die Opposition vermutet einen Vertuschungsskandal. Der französische Innenminister Collomb muss sich am heutigen Montag einer Anhörung im Parlament stellen.

          Weißhelme in Syrien : Die schwierige Rettung der Retter

          In einer spektakulären Aktion wurden mehrere hundert „Weißhelme“ aus Syrien gebracht. Die Zeit zur Rettung der Zivilschützer war knapp geworden. Acht von ihnen werden mit ihren Familien nach Deutschland kommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.