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Irans Präsident in New York „Die Zeit der Bombe ist vorbei“

24.09.2007 ·  Irans Präsident Ahmadineschad hat in New York versöhnliche Töne angeschlagen. „Warum sollten wir Krieg gegeneinander führen“, sagt er in einem Interview. Erst kürzlich hat der französische Außenminister Kouchner angesichts des Atomkonflikts vor einer Kriegsgefahr gewarnt.

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Iran steuert nach Aussage von Präsident Mahmud Ahmadineschad nicht auf einen Krieg gegen die Vereinigten Staaten zu. „Warum sollten wir gegeneinander Krieg führen? Es steht kein Krieg bevor“, sagte Ahmadineschad in einem Interview des Fernsehsenders CBS.

Der Präsident bestritt abermals, dass die Islamische Republik nach Atomwaffen strebe. „Man muss anerkennen, dass wir keine Nuklearbombe benötigen“, erklärte Ahmadineschad zur Begründung. Solche Waffen seien heutzutage in der internationalen Politik unnütz. „Die Zeit der Bombe ist vorbei“, sagte der Präsident. „Wenn sie nützlich wäre, hätte sie den Zusammenbruch der Sowjetunion verhindert. Wenn sie nützlich wäre, hätte sie das Problem der Amerikaner im Irak gelöst.“ Das Atomprogramm seines Landes diene deshalb nur zivilen Zwecken und sei „sehr transparent“.

„Wir sind hier nicht in Guantanamo ...“

Zum Vorwurf der amerikanischen Regierung, im Irak würden amerikanische Soldaten durch iranische Bomben getötet, sagte Ahmadineschad: „Nun, das sagen die Amerikaner. Noch einmal, wenn Amerikaner irgendwo in der Welt ein Problem bekommen, dass sie nicht lösen können, beschuldigen sie andere, anstatt das zu akzeptieren. Es tut mir sehr leid, dass durch falsche Entscheidungen amerikanischer Verantwortlicher irakische Menschen und auch amerikanische Soldaten getötet werden.“

Irans Präsident Ahmadineschad hat in New York versöhnliche Töne angeschlagen. „Warum sollten wir Krieg gegeneinander führen“, sagt er in einem Interview. Erst kürzlich hat der französische Außenminister Kouchner angesichts des Atomkonflikts vor einer Kriegsgefahr gewarnt.

Als CBS-Interviewer Scott Pelley bei dem schon am vergangenen Donnerstag in Teheran aufgezeichneten Gespräch Ahmadineschad vorhielt, er weiche seiner Frage aus, sagte der: „Wir sind hier nicht in Guantanamo. Wir sind hier nicht in einem Bagdader Gefängnis. Wir sind nicht in einem Geheimgefängnis in Europa. Wir sind nicht in Abu Ghraib. Wir sind in Iran. Ich bin der Präsident dieses Landes!“

Plante Cheney Provokation Irans?

Der Westen befürchtet, dass Iran unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Atomkraft an Nuklearwaffen arbeitet. Da der Iran seine umstrittene Urananreicherung bislang nicht wie verlangt gestoppt hat, hat der UN-Sicherheitsrat verschärfte Sanktionen gegen das Land verhängt. Die ständigen Mitglieder des Gremiums beraten derzeit gemeinsam mit Deutschland über neue Strafmaßnahmen. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner hatte erklärt, die Welt müsse sich im Atomstreit auf einen Krieg vorbereiten (siehe: Frankreich schließt Krieg gegen Iran nicht aus).

Die Zeitschrift „Newsweek“ berichtete am Sonntag, der amerikanische Vizepräsident Dick Cheney habe erwogen, Israel um Raketenangriffe auf iranische Atomanlagen zu bitten. Die Zeitschrift berief sich auf eine entsprechende Äußerung von Cheneys Berater David Wurmser, die zwei nicht genannte Informanten zitierten. Demnach hätten die israelischen Angriffe iranische Vergeltungsschläge provozieren sollen. Sie wären der Vorwand für amerikanische Angriffe auf den Iran gewesen, meldete „Newsweek“.

Kritik an Universität von Columbia

Ahmadineschad war am Sonntagabend in New York eingetroffen. Er will an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen. Für politische Aufregung sorgte seine Absicht, eine Rede an der Universität von Columbia zu halten und auch Fragen der Studenten zu beantworten. Die Universität lehnte Forderungen nach einer Ausladung des iranischen Präsidenten mit Hinweis auf die Redefreiheit ab. Ahmadineschad hat in international scharf kritisierten Reden die Zerstörung Israels gefordert und den Holocaust als Märchen bezeichnet.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AP
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