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Irans Atomprogramm Chamenei schließt Gespräche mit Washington aus

19.08.2010 ·  Der oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat Gespräche mit den Vereinigten Staaten über das iranische Atomprogramm zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Zugleich warnte er die Amerikaner mit Blick auf mögliche Militärschläge vor „Dummheiten“.

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Der oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat Gespräche mit den Vereinigten Staaten über das international umstrittene Atomprogramm seines Landes zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Richtig sei, dass sich Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu Gesprächen bereit erklärt habe, aber nicht mit Amerika, sagte Chamenei am Mittwoch auf einer im Staatsfernsehen übertragenen Veranstaltung. Er warf der Regierung in Washington vor, kein ehrlicher Gesprächspartner zu sein. Erst wenn die Vereinigten Staaten ihre Drohungen und ihre Sanktionen gegen den Iran beendeten und ohne ein vorgegebenes Verhandlungsziel in die Gespräche gingen, könne es zu einem Dialog kommen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte im Atomstreit zuletzt binnen Wochen Verhandlungen mit der Sechser-Gruppe aus den Vereinigten Staaten, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland in Aussicht gestellt.

Chamenei warnte die Vereinigten Staaten vor „Dummheiten“. Mit Blick auf einen möglichen Militärschlag der Amerikaner gegen Nuklearanlagen in Iran sagte er: „Ich bezweifle, dass sie eine solche Dummheit begehen, aber sollten sie solche Drohungen wahr machen, dann müssen sie wissen, dass die Reaktion Irans nicht nur auf unsere Region (den Persischen Golf) beschränkt sein wird, sondern sehr viel weiter reichen würde.“

Chamenei sprach nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA vom Mittwoch vor den Spitzen des Landes, darunter Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Chamenei sagte, Gespräche mit den Vereinigten Staaten könnten nur stattfinden, wenn Amerika von seiner „morschen imperialistischen Leiter“ heruntersteige und seine Absichten klar mache. „Aber gegenwärtig scheinen sie (die Vereinigten Staaten) weniger Gespräche führen als Gewalt anwenden zu wollen“, sagte Chamenei, der auch in staatlichen Angelegenheiten die höchste Entscheidungsinstanz ist.

Die Vereinigten Staaten und Iran haben alle diplomatischen Beziehungen vor mehr als drei Jahrzehnten abgebrochen. Hoffnungen auf eine Wende in der Amtszeit von Präsident Barack Obama erfüllten sich nicht, da Teheran im Atomstreit keinerlei Zugeständnisse macht. An diesem Samstag soll das von Russland erbaute erste iranische Atomkraftwerk in Buschehr eröffnet werden. Der Westen verdächtigt Iran, an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten. „Wir sind für Gespräche, aber nicht im Schatten von Drohungen und Sanktionen“, sagte der Ajatollah mit Blick auf die jüngsten UN-Sanktionen, die von Washington gefordert worden waren. Iran werde sich dem Druck nicht beugen und speziell im Atomstreit keinerlei Konzessionen machen.

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