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Iranisches Atomprogramm Barak: Wir haben nur noch neun Monate

20.11.2011 ·  Die Zeit, Iran vom Bau einer Atombombe abzuhalten, läuft nach Einschätzung von Israels Verteidigungsminister Barak bald ab.

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Der israelische Verteidigungsminister Barak ist der Ansicht, es dauere wahrscheinlich nur noch neun Monate, bis „praktisch niemand“ Iran mehr davon abhalten könne, eine Atombombe zu bauen. Das sagte Barak dem amerikanischen Sender CNN. Er erläuterte seine Berechnung nicht. Er könnte sich darauf beziehen, dass Iran demnächst Gaszentrifugen zur Urananreicherung in der in ein Bergmassiv gebohrten Halle in Fordo nahe Ghom in Betrieb nehmen will. Diese wäre durch Luftangriffe kaum zu zerstören.

Dass Iran tatsächlich technisch in der Lage ist, Uran für eine Nutzung in Atomwaffen hoch anzureichern, ist aber fraglich; wie weit Irans Bemühungen zum Bau eines atomaren Sprengkopfes gediehen sind, ist öffentlich ebenfalls nicht bekannt. Gefragt nach der Möglichkeit eines Luftangriffs auf iranische Atomanlagen, sagte Barak: „Ich denke nicht, dass darüber in der Öffentlichkeit diskutiert werden sollte.“

In Iran wurde am Wochenende ein großes Militärmanöver abgehalten, um die Abwehr etwaiger Luftschläge zu üben. Der staatliche Sender Press TV berichtete am Samstag, das viertägige Manöver habe am Freitag im Osten des Landes begonnen. Es gehe darum, die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu überprüfen. Zunächst werde die Einrichtung von Kommandostäben und die Stationierung verschiedener Einheiten geübt.

An diesem Montag beginnt am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien eine Konferenz über eine „Nuklearwaffenfreie Zone im Nahen Osten“. Sie soll zwei Tage dauern. Iran boykottiert als einziger der eingeladenen Staaten die Veranstaltung. Solange Israel Atomwaffen besitze, diese von der IAEA aber nicht zum Problem erklärt würden, sei ein solches Treffen sinnlos, sagte Irans IAEA-Botschafter Soltanieh. Israel hatte seine Teilnahme angekündigt. Die Delegierten wollen an diesem Montag und Dienstag erste Schritte hin zu Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot in der Region ausloten. Mit substantiellen Fortschritten wird nicht gerechnet.

Die Vorbereitungen zu dem Treffen hatten sich über Jahre hingezogen, da es zwischen Israel und den arabischen Ländern immer wieder Unstimmigkeiten über das Format gab. Unter anderen sind Fachleute aus atomwaffenfreien Zonen in Afrika, Asien, Südamerika und in der Karibik eingeladen, um über Erfahrungen zu berichten.

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