07.12.2009 · Anhänger der iranischen Opposition haben die jährliche staatliche Kundgebung am Tag des Studenten genutzt, um abermals gegen den Wahlsieg Präsident Ahmadineschads zu protestieren. Die Polizei nahm mehrere Demonstranten fest.
Neuerliche Proteste von Oppositionsanhängern gegen Irans erzkonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad hat ein massives Polizeiaufgebot am Montag mit Gewalt beantwortet. In der Hauptstadt Teheran feuerten Polizisten nach Augenzeugenberichten Tränengas auf die Menge. Oppositionshänger nutzten die jährliche staatliche Kundgebung am sogenannten Tag des Studenten, um abermals gegen den umstrittenen Wahlsieg Ahmadineschads am 12. Juni zu protestieren. Die Führung bot Hunderte Sicherheitskräfte auf, um die Proteste einzudämmen.
Am 7. Dezember wird jedes Jahr offiziell mit einer Veranstaltung an drei Studenten erinnert, die 1953 bei anti-amerikanischen Protesten unter dem früheren Schah-Regime getötet wurden. Eine Berichterstattung war am Montag schwierig, da es ausländischen Medien für drei Tage verboten war, aus der Innenstadt zu berichten.
„Tod dem Diktator“
Wie Augenzeugen weiter berichteten, gab es auch Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern Ahmadineschads. Die Gegner riefen nach den Angaben: „Tod dem Diktator.“ Die Polizei nahm Oppositionelle fest, wie es weiter hieß. Nahe der Universität hätten Sicherheitskräfte Busse und Lastwagen geparkt, um Festgenommene wegzubringen.
Rund um die Universität sei es unmöglich gewesen, Mobiltelefone zu nutzen, sagten Zeugen. Es wurde vermutet, dass die Frequenzen gestört wurden. Die Hochschule war von hunderten Sicherheitskräften umstellt. Die iranische Führung forderte die dort versammelten Studenten dazu auf, den offiziellen Kundgebungstag nicht für Proteste gegen die Regierung zu „missbrauchen“.
Die Opposition erkennt den Wahlsieg Ahmadineschads nicht an und spricht von Wahlbetrug. Deswegen war es nach der Wahl in Teheran und anderen iranischen Städten zu Demonstrationen gekommen, die von der Polizei zum Teil gewaltsam beendet wurden. Mehrere Demonstranten kamen ums Leben; mehr als 80 Oppositionelle wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Zudem wurden mindestens fünf Todesstrafen verhängt. Die Opposition stützt den bei der Wahl unterlegenen Kandidaten Mir Hussein Mussawi.