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Iran Staatsrundfunk meldet sieben Tote

16.06.2009 ·  Am Rande der Massenproteste in Teheran sind nach Angaben des staatlichen Rundfunks sieben Menschen getötet worden. Für diesen Nachmittag hat die Opposition zu neuen Protesten aufgerufen - auf demselben Platz wie das Regierungslager.

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Bei den schwersten Unruhen in Iran seit der Revolution vor 30 Jahren sind nach Angaben des Staatsfernsehens sieben Menschen getötet worden. Unter Berufung auf einen Radiobericht meldete der englischsprachige Sender „Press TV“ am Dienstagmorgen, die sieben Personen seien am Montag in der Nähe der verbotenen Kundgebung der Opposition ums Leben gekommen. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sich „tief beunruhigt“ über die Gewalt nach der Präsidentenwahl in Iran gezeigt. Er gehe davon aus, dass die iranische Führung die „Unregelmäßigkeiten“ bei der Wahl untersuchen werde, sagte Obama am Montag in Washington.

Schüsse am Ende der Demonstration

Der demokratische Prozess, die Redefreiheit und das Recht, friedlich eine andere Meinung zu vertreten, seien „allgemeingültige Werte“, die auch in Iran respektiert werden müssten, sagte Obama im Weißen Haus. Der amerikanische Präsident betonte jedoch, dass die Iraner ihren Präsidenten selbst wählen könnten. Die Vereinigten Staaten respektierten die Souveränität Irans.

Iranischer Rundfunk meldet sieben Tote

Obama bekräftigte auch nach der Wiederwahl von Amtsinhaber Mahmud Ahmadineschad sein Angebot einer direkten Diplomatie mit der Islamischen Republik. Harte Diplomatie „ohne Illusionen“ über Iran und die Differenzen zwischen beiden Ländern sei für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung, erklärte der amerikanische Präsident.

Nach dem Aufruf der iranischen Opposition zu weiteren Protesten haben Anhänger des umstrittenen Wahlsiegers Mahmud Ahmadineschad eine Gegendemonstration angekündigt. Die Kundgebung soll am Dienstagnachmittag auf demselben Platz in Teheran stattfinden, wo am Montag Zehntausende Anhänger des unterlegenen Reformkandidaten Mir Hussein Mussawi gegen das amtliche Endergebnis demonstriert hatten.

Chamenei will Ergebnisse „genau“ prüfen

Der geistliche Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, hatte zuvor eine Prüfung des umstrittenen Wahlergebnisses angeordnet. Der Wächterrat sei beauftragt worden, die Betrugsvorwürfe des zweitplazierten Kandidaten Mussawi „genau“ zu prüfen, sagte Chamenei. Wie das iranische Fernsehen berichtete, sollte das Gremium am Dienstag über die Vorwürfe beraten. Ahmadineschad traf unterdessen zu einem Gipfeltreffen im russischen Jekaterinenburg ein, wie ein Delegationsmitglied berichtete. Der Staatschef hatte die Reise wegen der Proteste verschoben.

Mussawi hatte sich am Montag auf der Großdemonstration in Teheran für eine Wiederholung des Wahlgangs ausgesprochen. „Wir sind bereit, wieder an einer Präsidentenwahl teilzunehmen“, sagte der Herausforderer von Amtsinhaber Ahmadineschad bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der Wahl am Freitag.

Am späten Abend verlagerten sich die Proteste der Gegner von Präsident Mahmud Ahmadineschad in Teheran erneut auf Balkone und Hausdächer: „Tod dem Diktator“ und „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) waren die Rufe, die die zweite Nacht in Folge in der ganzen Hauptstadt zu hören waren.

Erinnerungen an 1979 werden wach

Auch in der Millionenstadt Isfahan, im konservativen Maschad und im südlichen Schiras und in Ahvaz protestierten am Montag tausende Iraner, wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur AP erklärten. In Schiras feuerte die Polizei Warnschüsse ab, um mehrere Demonstrationen aufzulösen. Der Polizeichef der Provinz Fars, Ali Moajeri, sagte, seine Männer hätten das Recht zu schießen: „Ab jetzt werden wir hart vorgehen.“

Mussawi sagte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der Wahl vom Freitag zur Menge: „Wir müssen unsere Rechte, die mit Füßen getrampelt wurden, zurückgewinnen. Wir müssen diese Lüge beenden und gegen den Betrug aufstehen.“ Er selbst sei bereit, dafür jeden Preis zu zahlen. „Sonst bleibt nichts übrig vom Vertrauen der Menschen in die Regierung und das herrschende System.“

Mussawi sagte, er habe nur geringe Hoffnung, dass der Wächterrat das gefälschte Wahlergebnis annullieren werde. Die Demonstranten antworteten mit Sprechchören: „Lang lebe Mussawi!“

Der Sohn des letzten persischen Schahs, Resa Pahlewi, verwies angesichts der Massenproteste hunderttausender Menschen in Teheran auf Parallelen zur Islamischen Revolution 1979, die zum Sturz seines Vaters geführt hatte. Das heutige Klima in Iran rufe Erinnerungen an die Ereignisse vor mehr als 30 Jahren wach, die zur Machtübernahme des heutigen Regimes geführt hätten, sagte Pahlewi dem amerikanischen Fernsehsender CNN. Der frühere Thronfolger, der heute in den Vereinigten Staaten lebt, forderte insbesondere Präsident Obama dazu auf, „Solidarität“ mit den Iranern zu zeigen.

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