Home
http://www.faz.net/-gq5-13605
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Iran Opposition verlangt Trauerfeier für getötete Demonstranten

26.07.2009 ·  Begleitet von internationalen Solidaritätsveranstaltungen sind in Teheran abermals Anhänger des iranischen Oppositionsführers Mir Hussein Mussawi auf die Straße gegangen.

Artikel Bilder (5) Lesermeinungen (1)

Begleitet von Solidaritätskundgebungen in aller Welt haben in Teheran erneut hunderte Anhänger der iranischen Opposition gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad protestiert. Polizei und Angehörige der regierungstreuen Basidschi-Miliz gingen laut Augenzeugen gewaltsam gegen die Demonstranten vor. Weltweit hatten am Samstag Tausende für die Menschenrechte und gegen die Niederschlagung der Proteste im Iran demonstriert. Allein in Berlin gingen mehrere hundert Menschen auf die Straße, in Frankfurt gab es mehrere Demonstrationszüge.

Bei einer Kundgebung vor hunderten Menschen in Amsterdam rief die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi die internationale Gemeinschaft auf, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Sie forderte eine neue Abstimmung unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Die Demonstranten riefen die Regierung in Teheran zu einem Ende ihres harten Vorgehens gegen die Opposition auf und forderten die Freilassung Hunderter Menschen, die nach der Präsidentenwahl am 12. Juni festgenommen wurden. Sie forderten weiter, umgehend Medien- und Versammlungsfreiheit herzustellen und die Verantwortlichen für die Gewalt der vergangenen Wochen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Aktionstag wurde von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch unterstützt.

Die iranischen Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karubi haben eine Trauerfeier zum Gedenken an die Toten bei den Demonstrationen gegen die Präsidentschaftswahl beantragt. Wie die iranische Nachrichtenagentur Isna am Sonntag berichtete, soll die Gedenkveranstaltung nach dem Willen der beiden unterlegenen Präsidentschaftskandidaten 40 Tage nach den „traurigen Ereignissen“ auf dem Mossala-Gelände in Teheran, einem zentralen Gebetsort, stattfinden. Die Politiker teilten demnach in einem Brief an den iranischen Innenminister mit, dass bei der Veranstaltung keine Reden geplant seien. Es sollten lediglich in Stille Koran-Verse verlesen werden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 3