Home
http://www.faz.net/-gq5-15mu1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Iran IAEA besorgt über möglichen Atombombenbau

Iran arbeitet laut einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) möglicherweise schon an einem Atomsprengkopf. Die Vereinigten Staaten reagierten sehr besorgt. Vizepräsident Joe Biden hat bereits mit Konsequenzen gedroht.

© AP Vergrößern Besorgniserregender Bericht: Die IAEA warnt, dass Iran an einer Atombombe bauen könnte

Iran arbeitet laut einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) möglicherweise schon an einem Atomsprengkopf. In dem Bericht heißt es nach Angaben mehrerer Nachrichtenagenturen, es gebe „in sich schlüssige und glaubhafte Informationen“, die die Besorgnis aufkommen ließen über „frühere oder derzeitige Aktivitäten, die mit der Entwicklung einer nuklearen Sprengladung für eine Rakete in Zusammenhang stehen“.

Die Inspektoren der IAEA bestätigten zudem, dass der Iran wie angekündigt die erste Charge
Uran auf 20 Prozent angereichert hat. Die UN-Behörde bemängelte, dass die Inspektoren vorab nicht rechtzeitig über den Beginn einer höheren Uran-Anreicherung informiert worden seien.

Mehr zum Thema

Eine Anreicherung auf 20 Prozent und mehr gilt als Hinweis darauf, dass Iran an einer Atombombe arbeiten könnte. Dafür muss das Uran bis auf mehr als 80 Prozent angereichert werden. Für Kraftwerke wäre aber ein weit geringerer Anreicherungsgrad ausreichend. Angesichts der potentiellen militärischen Dimensionen ihres Atomprogramms müsse die Regierung in Teheran unverzüglich mit der IAEA zusammenarbeiten, heißt es in dem Bericht.

Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© reuters Vergrößern Sicherheitskonferenz: Westen erhöht Druck im Atomstreit mit dem Iran

Amerika in großer Sorge

Die Vereinigten Staaten reagierten sehr besorgt auf den Bericht. Außenamtssprecher Philip Crowley erklärte am Donnerstag in Washington, der neue Bericht der Atomenergiebehörde IAEA enthalte „viele besorgniserregende Dinge“.

„Es gibt für diese Einrichtung keine Erklärung, die auf eine zivile Nutzung des Atomprogramms schließen lässt“, sagte Crowley. Die neuen Erkenntnisse seien bezeichnend dafür, wie sich Teheran gegenüber der UN-Behörde in Wien verhalte. Der Iran sei nicht in der Lage, befriedigend zu erklären, welches Ziel er mit seinem Atomprogramm verfolge.

Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden drohte unterdessen mit Konsequenzen. „Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern arbeiten wir daran sicherzustellen, dass der Iran wirkliche Konsequenzen dafür zu spüren bekommt, dass er sich nicht an die internationalen Abmachungen hält“, sagte Biden in Washington.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kampf gegen den IS-Terror Berlin sucht seine Rolle

Außenminister Steinmeier gibt zu erkennen, dass er Obamas Ansatz gegen den Islamischen Staat für ausbaufähig hält. Aber auch die Bundesregierung habe noch keine letztlich umfassende Strategie mit Erfolgsgarantie. Mehr

11.09.2014, 17:28 Uhr | Politik
Fast 50 Tote bei Flugzeugabsturz

Eine Passagiermaschine ist kurz nach dem Start in der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Augenzeugen berichten von einer gewaltigen Explosion. Mehr

10.08.2014, 17:32 Uhr | Aktuell
Termine des Tages Wind und Finanzen

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist bei der Eröffnungspressekonferenz der Messe WindEnergy zu Gast und das Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht den Monatsbericht für September. Mehr

19.09.2014, 11:18 Uhr | Wirtschaft
Überlebender berichtet vom Grubenunglück

Nach dem Grubenunglück spricht ein Überlebender: Murat Yokus will nach diesen Erlebnissen nie wieder unter Tage arbeiten. Mehr

16.05.2014, 12:30 Uhr | Gesellschaft
Afghanistan Der Scharfmacher von Mazar-i-Sharif

Er galt als einer der besten Partner der Deutschen in Afghanistan. Nun aber gefährdet der Gouverneur Atta Muhammad Noor einen friedlichen Machtwechsel. Mehr

17.09.2014, 11:51 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.02.2010, 10:26 Uhr

Auf der Flucht

Von Jasper von Altenbockum

Asylsuchende aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegovina können nun leichter abgeschoben werden. Die Missstände der deutschen Flüchtlingspolitik wird das aber nicht beenden. Mehr 60 29