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Iran: Gespräche mit Amerika nutzlos

28.06.2006 ·  Der höchste Führer Irans, das geistliche Oberhaupt Chamenei, hat Zweifel am Wert direkter Gespräche mit Washington geäußert: „Verhandlungen mit Amerika haben keinen Nutzen für uns, und wir brauchen solche Verhandlungen nicht.“

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Der höchste Führer Irans, das geistliche Oberhaupt Chamenei, hat Zweifel am Wert direkter Gespräche mit Washington geäußert: „Verhandlungen mit Amerika haben keinen Nutzen für uns, und wir brauchen solche Verhandlungen nicht“, wurde Chamenei am Dienstag vom Staatsfernsehen zitiert.

Zum Atomstreit sagte er: „Wir werden mit niemandem über unser selbstverständliches Recht des Erwerbs und Gebrauchs nuklearer Technologie verhandeln. Wenn man dieses Recht anerkennt, sind wir bereit, über internationale Kontrollen, eine Überwachung und Garantien zu reden, und der Grund für Verhandlungen ist bereitet.“

Washington: Äußerungen zweideutig

Die amerikanische Regierung hatte Iran kürzlich ihre Teilnahme an den Atomgesprächen in Aussicht gestellt, falls Iran die umstrittene Anreicherung von Uran aussetzt. Präsidialamtssprecher Tony Snow erwiderte die Einlassungen Chameneis mit den Worten, dessen Äußerungen seien nicht eindeutig. Chamenei hat im schiitischen Gottesstaat Iran das letzte Wort in allen Fragen und steht damit noch über Präsident Mahmud Ahmadineschad.

Das Land steht im Verdacht, Atomwaffen zu entwickeln, hat dies aber immer zurückgewiesen. Die Vereinigten Staaten haben das Recht Irans auf eine zivile Nutzung der Atomtechnik ausdrücklich anerkannt und Ende Mai in einer diplomatischen Kehrtwende angeboten, sich direkt an internationalen Verhandlungen über den Atomkonflikt zu beteiligen. Einige europäische Regierungen hatten Washington zu diesem Schritt gedrängt, weil sie hofften, es gebe den Gesprächsangeboten der internationalen Gemeinschaft ein größeres Gewicht.

Mottaki: Gute Chance für Antwort vor G-8-Gipfel

Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki sieht gute Chancen dafür, daß sein Land noch vor dem G-8-Gipfel Mitte Juli in St. Petersburg auf die Vorschläge der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands reagiert. „Wenn alle den guten Willen beibehalten, können bald Gespräche beginnen“, sagte der Minister der Zeitschrift „Stern“.

Mottaki hatte bislang abgelehnt, sich auf ein Datum für die Antwort festzulegen. Präsident Ahmadineschad hatte eine Antwort bis zum 22. August angekündigt, allen voran Washington drang aber auf eine Reaktion bis zum Gipfeltreffen der G-8-Staaten.

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