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Iran beschuldigt Israel Atomwissenschaftler bei Attentat getötet

11.01.2012 ·  In Teheran ist ein Atomwissenschaftler bei einem Bombenanschlag getötet worden. Iran wirft Israel vor, in den Anschlag verwickelt zu sein.

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© AFP Der Ort des Anschlags in einer Aufnahme des iranischen Fernsehsenders Al Alam

In Iran ist ein Bombenanschlag auf einen Wissenschaftler verübt worden, der in der Atomforschung tätig gewesen sein soll. Ein Motorradfahrer habe eine Bombe an dem Fahrzeug von Professor Mustafa Ahmadi Roshan befestigt, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Zwei weitere Insassen des Wagens seien bei der Detonation am Mittwoch verletzt worden. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

Der Anschlag erinnert an ähnliche Attentate im Jahr 2010. Damals wurden drei Wissenschaftler aus der Atomforschung attackiert. Zwei von ihnen wurden getötet, einer wurde verletzt. Die Führung in Teheran wirft insbesondere dem Erzfeind Israel vor, in die Anschläge verwickelt gewesen zu sein. Der Iran steht wegen seines umstrittenen Atomprogramms international unter Druck. Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu arbeiten.

Ein Sprecher der Sharif-Universität sagte, Roshan sei Chemiker gewesen und habe an wissenschaftlichen Projekten gearbeitet. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete dagegen, Roshan sei Vizechef der Handelsabteilung der Urananreicherungsanlage in Natans im Zentraliran gewesen. Dies wurde von amtlicher Seite zunächst nicht bestätigt. Ein Offizieller des Innenministeriums verglich den jüngsten Anschlag mit den Attentaten auf die Wissenschaftler im Jahr 2010. Auch diese Forscher hätten an Atomprojekten gearbeitet.

Iran beschuldigt israelische Agenten

Der Sprecher warf israelischen Agenten vor, in den Anschlag verwickelt zu sein. Auch Regierung und Parlament in Teheran verurteilten das Attentat und warfen „imperialistischen Mächten“, namentlich Israel und den Vereinigten Staaten vor, daran beteiligt gewesen zu sein. „Die Feinde des Irans sollen wissen, dass sie mit solchen terroristischen Akten den wissenschaftlichen Fortschritt des Irans nicht stoppen können“, sagte der iranische Vizepräsident Mohammed Resa Rahimi in einer Erklärung, die die Nachrichtenagentur Isna verbreitete. „Die Agenten der imperialistischen Mächte waren in diesen Mord verstrickt“, sagte Rahimi.

Ähnlich argumentierte die Führung in Teheran auch nach den früheren Attentaten. Nach dem Bombenanschlag auf den 50 Jahre alten Universitätsprofessor und Atomphysiker Massud Ali Mohammadi im Januar 2010 machte Staatspräsident Mahmud Ahmadineschad Israel für den Mord verantwortlich. Mehrere angebliche Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad wurden festgenommen. Über deren genaue Zahl und Identität wurde nichts bekannt. Im November 2010 wurde der iranische Nuklearwissenschaftler Maschid Schahriari bei einem Attentat ermordet.

Ein zweiter Wissenschaftler, Fereydoun Abbasi, wurde durch einen weiteren Sprengsatz verletzt. Beide Professoren waren an der Universität in Teheran tätig. Abbasi war ein Mitarbeiter Schahriaris. Abbasi wurde wenig später von Präsident Ahmadineschad zum Chef des iranischen Atomprogramms ernannt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, angeblich gab es Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten.

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