06.04.2006 · Eine „streng geheime“ Rakete und ein „super-modernes Flugboot“ seien beim Manöver „Großer Prophet“ erfolgreich erprobt worden, meldet Iran. Militärwissenschaftler haben Zweifel: Teheran „schneide gewaltig auf“.
Zum Ende eines einwöchigen Militärmanövers im Persischen Golf hat Irans Verteidigungsminister Nadschar am Donnerstag angekündigt, „der Öffentlichkeit in der nahen Zukunft noch mehr fortschrittliche Waffen zu präsentieren“. Die bisherigen Tests seien nur ein Teil des militärischen Arsenals gewesen.
Während des international kritisierten Manövers hatten die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben neue Waffensysteme getestet. Unter anderem sei eine „streng geheime“ Rakete erprobt worden, die besonders unanfällig gegen elektronische Störfeuer sei, berichtete das staatliche Fernsehen IRIB.
Meldungen angezweifelt
Weiter seien ein „super-modernes Flugboot“ und ein mit 360 Stundenkilometern besonders schneller Torpedo erfolgreich getestet worden. Die Zuverlässigkeit der Meldungen wurde international angezweifelt.
Es könne gut sein, daß die Iraner „gewaltig aufschneiden“, sagte Jason Alderwick vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London. Auch russische Wissenschaftler zweifeln an der Glaubwürdigkeit der iranischen Berichterstattung.
„Weltgemeinschaft zusätzlich besorgt“
Das Manöver „Großer Prophet“ war im Ausland auf scharfe Kritik gestoßen. Das amerikanische Außenministerium wertete die Übung als Beleg für die Entwicklung aggressiver Waffensysteme im Iran.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einer „Begleiterscheinung“ im Streit um das iranische Atomprogramm, „die die Weltgemeinschaft zusätzlich besorgt macht.“ Der Chef der Revolutionären Garde, der iranische General Jahja Rahim Safawi erklärte am Dienstag, sein Land werde jeder Invasion militärisch entgegentreten.