07.03.2007 · Die Gewalt im Irak reißt nicht ab: Einen Tag nach dem Anschlag in Hilla kamen wieder sieben Pilger ums Leben. Dennoch sagt Präsident George W. Bush, irakische und amerikanische Truppen machten fast täglich „wichtige Fortschritte“.
Bei einem Bombenanschlag auf schiitische Pilger sind am Mittwoch im Irak wieder mehrere Menschen getötet worden. Laut Angaben der Polizei gab es sieben Todesopfer. Die Pilger waren auf dem Weg nach Kerbela, als neben ihrem Wagen eine am Straßenrand versteckte Bombe explodierte. Kurz danach erschienen Bewaffnete, die auf die Pilger schossen. 14 Menschen wurden verwundet.
Zudem stieg die Zahl der Toten und Verletzten des Selbstmordanschlags auf schiitische Pilger in Hilla am Vortag. Laut Krankenhausärzten liegt die Zahl der Todesopfer nunmehr bei 120, die der Verletzten bei 170.
Bush sieht wichtige Fortschritte im Irak
In Kerbela begehen die schiitischen Muslime an diesem Wochenende den 40. Tag nach dem Jahrestag des Todes von Imam Hussein im Jahr 680. Sunnitische Extremisten hatten am Dienstag auch an verschiedenen anderen Orten Pilger mit Schusswaffen und Sprengsätzen angegriffen und dabei etwa 20 weitere Menschen getötet. Auch amerikanische Truppen waren Ziel von Anschlägen.
Der amerikanische Präsident George W. Bush hat ungeachtet der schweren Angriffe von Fortschritten bei der neuen Sicherheitsoffensive in dem Land gesprochen. „Irakische und amerikanische Truppen machen fast täglich allmähliche, aber wichtige Fortschritte, und wir werden standhaft bleiben, bis wir unsere Ziele erreicht haben“, sagte Bush am Dienstag.
Der Präsident verteidigte seine Pläne, 21.500 weitere Soldaten in den Irak zu schicken. Sie sollen vor allem in Bagdad eingesetzt werden. „Die Mission ist Amerikas Mission, und unsere Niederlage würde die Niederlage Amerikas bedeuten“, so Bush.
Iran sagt Teilnahme an Irak-Konferenz zu
Die für kommenden Samstag geplante internationale Konferenz in Bagdad bezeichnete er als Test für Iran und Syrien. Das Treffen werde zeigen, ob die Länder „wirklich an einer konstruktiven Rolle im Irak interessiert“ seien, sagte Bush.
Iran hat seine Teilnahme an der Konferenz unterdessen zugesagt. Eine Delegation werde an dem Treffen teilnehmen, um dem irakischen Volk zu helfen, sagte Außenminister Manuchehr Mottaki am Mittwoch. Sein für Internationale Rechte zuständiger Stellvertreter werde die Delegation leiten.
Der Irak hatte Nachbarstaaten und die UN-Vetomächte zu der Konferenz eingeladen, um das von Aufstand und Aufruhr heimgesuchte Land zu stabilisieren. Washington wirft sowohl Iran als auch Syrien vor, im Irak Unruhe zu schüren, was die Länder indes bestreiten. Präsident Bush geriet zuletzt zunehmend unter Druck, die einflussreichen Nachbarstaaten bei den Bemühungen um eine Befriedung des Irak einzubinden.