01.09.2005 · Weltweite Bestürzung nach der Massenpanik mit 953 Toten: Regierungen und Internationale Organisationen bekundeten Bagdad ihr Beileid. Der iranische Präsident schlug vor, gemeinsam mit Syrien „das Problem des Terrorismus“ zu bekämpfen.
Die Massenpanik in Bagdad mit 953 Toten hat weltweit tiefe Bestürzung ausgelöst. Viele Regierungen und internationale Organisationen bekundeten dem irakischen Volk ihr Beileid.
Gegenüber dem Irak so unterschiedlich eingestellte Länder wie die Vereinigten Staaten und Iran baten Hilfe bei der Versorgung der mehr als 800 Verletzten an. Die EU, die Nato und der Iran machten Terroristen für die Tragödie verantwortlich.
Gezielte Fehlwarnung
Diese hatte sich am Mittwoch bei einer schiitischen Pilgerprozession entwickelt. Nach Angaben von Augenzeugen löste eine gezielte Fehlwarnung vor einem Selbstmordattentäter die Massenpanik auf einer Brücke über den Tigris aus. Die meisten Opfer - darunter vor allem Frauen und Kinder - wurden zerquetscht oder ertranken im Fluß, in den sie in ihrer Not gesprungen waren.
Die Massenpanik sei die „schockierendste und fürchterlichste Tragödie, die von Terroristen verursacht worden ist“, sagte der britische Außenminister Jack Straw im Namen der gesamten EU. Ihr Ausmaß übersteige fast die Vorstellungskraft.
Trio aus Iran, Syrien und dem Irak?
Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte: „Hunderte unschuldige Menschen starben, weil Terroristen im Irak Angst und Schrecken verbreitet haben.“ Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad rief die irakischen Regierungsvertreter an, um seine Bestürzung über „die Terrorattacken“ auszudrücken. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna schlug Ahmadineschad die Bildung eines Trios aus Iran, Syrien und dem Irak vor, um „das Problem des Terrorismus“ gemeinsam zu bekämpfen.
Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder richtete ein Kondolenzschreiben an den irakischen Ministerpräsidenten Ibrahim al Dschaafari. „Ich darf Sie bitten, den Angehörigen der Opfer mein aufrichtiges Beileid sowie den Verletzten meine besten Genesungswünsche zu übermitteln“, schrieb der Kanzler.