http://www.faz.net/-gpf-8yjqt

Irak : UN: IS exekutierte 163 Zivilisten bei Flucht aus Mossul

  • Aktualisiert am

Verzweifelt: Zivilisten aus Mossul auf der Flucht Bild: dpa

Die Lage in der umkämpften irakischen IS-Hochburg Mossul wird immer dramatischer. Tausende Zivilisten versuchen aus der Stadt zu fliehen – doch der IS versucht sie offenbar mit allen Mitteln aufzuhalten.

          Bei ihrer Flucht aus der umkämpften Stadt Mossul im Irak sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 163 Zivilisten von der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) ermordet worden. Die Leichen von Männern, Frauen und Kindern hätten am Montag immer noch in den Straßen des Viertels Al-Schira im Westen von Mossul gelegen, sagte UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein am Dienstag in Genf. Die IS-Miliz habe versucht, die Zivilisten an der Flucht aus ihrer Hochburg im Irak zu hindern.

          In Mossul hatte es zuvor schwere Gefechte zwischen dem IS und der irakischen Armee gegeben, die mit einer neuen Offensive versucht, die Dschihadisten aus der Stadt zu vertreiben. Die Kämpfe gestalteten sich aber schwierig, weil die Straßen zwischen den Gebäuden sehr eng seien, hieß es am Montag aus irakischen Sicherheitskreisen. Der IS benutze zudem Zivilisten als menschliche Schutzschilde.

          Seit Beginn der Kämpfe im Oktober sind bereits 750.000 Menschen aus Mossul geflohen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) rechnet damit, dass weitere Zehntausende Menschen aus dem Westteil der Stadt flüchten werden. Dort befindet sich unter anderem die Altstadt der irakischen Metropole, in der sich die Dschihadisten verschanzt haben. Nach UN-Schätzungen sind in dem eng bebauten Gebiet noch rund 400.000 Zivilisten eingeschlossen. Mossul ist die letzte verbliebene Hochburg der IS-Terrormiliz im Irak.

          Die Dschihadisten hatten die nordirakische Millionenstadt im Sommer 2014 eingenommen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Nach jahrelanger Vorbereitung starteten die irakischen Soldaten zusammen mit schiitischen Milizen und kurdischen Peschmerga-Kämpfern sowie mit Unterstützung der amerikanischen Luftwaffe im Oktober eine Offensive zur Rückeroberung von Mossul.

          Quelle: dpa/afp

          Weitere Themen

          Polizei fahndet mit allen verfügbaren Kräften Video-Seite öffnen

          Messerattacke in München : Polizei fahndet mit allen verfügbaren Kräften

          Ein Angreifer hat mehrere Menschen mit einem Messer verletzt, so die Polizei. Die Hintergründe bleiben zunächst noch unklar. Der Täter sei auf der Flucht, teilte die Polizei auf Twitter mit. Sie rief dazu auf, den Tatort um den Rosenheimer Platz zu meiden.

          Topmeldungen

          Krise in Katalonien : Spanien will Regionalregierung absetzen

          Die Zentralregierung will die katalanische Regionalregierung absetzen. Zuvor muss noch der Senat zustimmen. Die Separatisten könnten aber noch für eine Überraschung sorgen.

          Umgang mit Hinterbliebenen : Fehler? Ich doch nicht!

          Donald Trump wurde wieder einmal bei einer Unwahrheit ertappt. Diesmal versuchte das Weiße Haus, seine Aussage im Nachhinein wahr zu machen. Die Debatte um Kondolenzanrufe geht jedoch nicht nur dadurch immer weiter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.