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Irak Über 40 Tote bei Anschlägen in Bagdad

25.07.2005 ·  Die alte Woche in Bagdad endete mit einem verheerenden Anschlag auf eine Polizeistation, die neue begann mit einem Selbstmordattentat auf ein Hotel. Viele Amerikaner glauben, daß der Irak-Krieg dem Kampf gegen den Terror geschadet hat.

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Ein Selbstmordattentäter hat sich am Montag morgen an einem Kontrollpunkt nahe eines Hotels in Bagdad mit einem Kleinbus in die Luft gesprengt. Nach Angaben einen Krankenhausarztes riß er fünf Menschen mit in den Tod. Zwölf Personen seien verletzt worden, davon drei schwer. Bei den Opfern soll es sich um Wachpersonal des Hotels handeln.

Das Sadeer-Hotel war schon des öfteren Ziel von Aufständischen. Früher waren dort amerikanische Geschäftsleute untergebracht.

Ein riesiger schwarzer Krater

Erst am Sonntag wurden bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache in Bagdad nach Angaben des amerikanischen Militärs 40 Menschen getötet worden. Vertreter der Polizei und des Innenministeriums hatten zuvor von 22 Toten und 25 Verletzten berichtet.

Der Attentäter fuhr mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in eine Barriere rund um die Polizeistation im östlichen Stadtteil Maschtal, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Dort klaffte nach dem Anschlag ein riesiger schwarzer Krater. Mehr als 20 in der Nähe geparkte Autos gerieten in Brand, mehrere Nachbarhäuser wurden beschädigt.

Die irakische Wahlkommission kündigte am Sonntag an, sie werde am 1. August mit der Wählerregistrierung für das Mitte Oktober geplante Verfassungsreferendum beginnen. Der Konvent, der die Verfassung erarbeitet, geriet unterdessen zunehmend in Schwierigkeiten: Nach dem Ausstieg der Sunniten aus dem Gremium drohte am Sonntag eine schiitische Partei, sich dem Boykott anzuschließen. Die Verfassung muß am 15. August dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden, damit das Referendum wie geplant am 15. Oktober abgehalten kann. Im Dezember soll dann ein neues Parlament gewählt werden.

Vorerst kein Referendum über Kurden-Gebiete

Der Sprecher der säkularen Schiiten im Verfassungskonvent, Adnan al Dschanabi, sagte am Sonntag, die schiitische Mehrheit hätte stärker auf die Forderungen der Sunniten eingehen müssen. Diese hatten sich nach dem Attentat auf ein sunnitisches Konventsmitglied bis auf weiteres aus dem Gremium zurückgezogen. Al Dschanabi sagte, es sei wichtig, die sunnitische Minderheit an der Erarbeitung der Verfassung zu beteiligen. Davon hänge auch die weitere Mitarbeit seiner eigenen Partei ab, die im Konvent mit acht Delegierten vertreten ist.

Die kurdischen Konventsmitglieder scheiterten am Samstag mit der Forderung, in acht Jahren ein Referendum über eine Unabhängigkeit ihrer Gebiete im Nordirak abhalten zu dürfen.

Immer mehr Amerikaner betrachten Irak-Krieg als Fehler

Bei einem Anschlag auf einen Kontrollpunkt der irakischen Streitkräfte nahe Haswa, einer Ortschaft rund 50 Kilometer südlich von Bagdad, wurde am Sonntag ein Kind getötet. In Bagdad und Kirkuk wurden drei Polizisten und ein Geheimdienstmitarbeiter erschossen. Bei einem Bombenanschlag in Rutba im Westen des Landes kam ein amerikanischer Soldat ums Leben.

Eine wachsende Zahl von Amerikanern sieht wegen des Irak-Krieges auch die Sicherheit in den Vereinigten Staaten bedroht. Rund 47 Prozent gaben in einer Umfrage des Pew Research Centers an, daß der Krieg dem Kampf gegen den Terrorismus geschadet habe - der höchste Wert seit Kriegsbeginn im März 2003. 45 Prozent glauben, daß wegen des Krieges auch die Gefahr von Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten steige. Für die Erhebung wurden 1.502 Erwachsene befragt.

Quelle: FAZ.NET mit Berichten von AP und Reuters
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