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Irak Über 100 Tote nach Anschlagsserie in Bagdad

08.12.2009 ·  Bei Bombenanschlägen im Regierungsviertel der irakischen Hauptstadt sind mehr als 100 Personen getötet worden. Der Präsidentschaftsrat gab inzwischen einen Termin für die anstehenden Parlamentswahlen bekannt.

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Bei einer schweren Bombenserie in Bagdad sind am Dienstag mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden berichten bisher von 118 Toten, nachdem an verschiedenen Stellen in der irakischen Hauptstadt kurz hintereinender vier Bomben explodiert waren. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al Arabija wurden mehr als 450 Menschen verletzt.

Es war das dritte Mal in diesem Jahr, dass Terroristen in der irakischen Hauptstadt gleichzeitig mehrere Autobomben zündeten. Im August waren durch eine Bombenserie im Bagdader Regierungsviertel rund 100 Menschen ums Leben gekommen. Im Oktober kamen dabei 155 Personen ums Leben, als in kurzer Abfolge neben dem Justizministerium und dem Gebäude des Provinzrates Bomben explodierten.

Bei dem jüngsten Anschlag detonierten drei Sprengsätze in der Nähe des Innenministeriums, des Arbeitsministeriums, vor einem Kunstinstitut und nahe eines Gerichtsgebäudes. Im Kinderkulturhaus von Bagdad, das neben dem Kunstinstitut liegt, wurden zahlreiche Kinder von Glassplittern getroffen. In dem südlichen Vorort Al-Dura riss ein Selbstmordattentäter mehrere Polizisten mit in den Tod.

Bei Bombenanschlägen im Regierungsviertel der irakischen Hauptstadt sind mehr als 100 Personen getötet worden. Der Präsidentschaftsrat gab inzwischen einen Termin für die anstehenden Parlamentswahlen bekannt.

Westerwelle verurteilt Eskalation der Gewalt

Über dem Stadtzentrum von Bagdad hingen am Morgen dichte Rauchschwaden. Alle Straßen, die zu offiziellen Gebäuden führten, wurden gesperrt. .Zuletzt wurden Ende Oktober bei einem Doppelanschlag mindestens 155 Personen getötet. Es war das dritte Mal seit August, dass Regierungsgebäude in gleichzeitigen Mehrfachanschlägen angegriffen wurden. Auch bei den Selbstmordanschlägen im August gegen das Finanz- und das Außenministerium gab es mehr als hundert Tote.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die jüngsten Anschläge. Ziel sei es offenkundig, den politischen Stabilisierungsprozess im Irak zu erschüttern und die Gewalt im Irak weiter eskalieren zu lassen. „Das darf nicht gelingen“, erklärte er.

Am 6. März sollen Wahlen stattfinden

Ungeachtet des Bombenterrors traf sich Vizepräsident Tariq al Hashimi mit Vertretern der unabhängigen Wahlkommission, um Vorbereitungen für die Parlamentswahlen zu treffen. Die ursprünglich für den 18. Januar geplante Wahl war wegen monatelanger Streitigkeiten um das Wahlgesetz verschoben worden. Erst in der Nacht zum Montag wurde schließlich eine Kompromisslösung gefunden. (Lesen Sie hierzu: Iraker einig über Wahlgesetz)

Nu soll die Wahl am 6. März stattfinden. Diesen Termin gab am Dienstag der irakische Präsidialrat bekannt. Die Wahl verzögert sich damit wegen des Streits um das neue Wahlgesetz um mehr als sieben Wochen. Ursprünglich sollte die Parlamentswahl schon im Januar stattfinden. Der Leiter der Wahlkommission, Faradsch al Haidari, erklärte, das Gremium habe der Verschiebung zugestimmt, damit es genug Zeit zur Vorbereitung für die landesweite Abstimmung gebe.

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