15.04.2005 · Italienische Ermittler sind offenbar nicht bereit, Washingtons Schlußfolgerungen aus dem Vorfall im März zu akzeptieren, bei dem amerikanische Soldaten im Irak einen italienischen Agenten erschossen. Der Untersuchungsbericht verzögert sich.
Der Tod des italienischen Geheimagenten Nicola Calipari belastet weiter die amerikanisch-italienischen Beziehungen.
Medien berichten, daß die italienischen Ermittler nicht bereit seien, die Schlußfolgerungen der Vereinigten Staaten zu akzeptieren. Deshalb verzögere sich der Abschlußbericht der gemeinsamen Untersuchungskommission zu dem Vorfall, bei dem amerikanische Soldaten Anfang März im Irak den Agenten erschossen.
TV-Sender: Amerikaner trifft keine Schuld
Nach amerikanischen Medienberichten steht das Ergebnis aber schon fest. Der Sender NBC News berichtete, die amerikanischen Soldaten seien von jedem Fehlverhalten bei dem Tod des Agenten freigesprochen worden.
Calipari war am 4. März von amerikanischen Soldaten erschossen worden, als diese das Fahrzeug beschossen, in dem Calipari nach der Befreiung der im Irak entführten Journalistin Giuliana Sgrena mit ihr zum Flughafen fuhr.
Außenministerien widersprechen
Das italienische und auch das amerikanische Außenministerium widersprachen Angaben, wonach die Ermittlungen zum Hergang des Vorfalls bereits abgeschlossen seien. „Jeder, der sagt, daß es ein Ergebnis schon gibt und daß er weiß, wie dieses aussieht, ist falsch informiert“, sagte ein amerikanischer Außenamtssprecher.
Die Untersuchungskommission soll ihre Ergebnisse offiziell Mitte April vorlegen.
Einigkeit besteht offenbar darin, daß es sich um einen Unfall handelte. Die Angaben von amerikanischer Seite, wonach der Wagen mit den Italienern zu schnell fuhr und Warnschüsse mißachtet wurden, werden in Italien aber bezweifelt. Umstritten ist weiter auch, ob Calipari die amerikanischen Streitkräfte rechtzeitig und umfassend über seine Mission informierte.
Acht Tote bei neuen Bombenanschlägen
Im Irak sind auch am Freitag bei mehreren Anschlägen wieder Menschen getötet oder verletzt worden. Insgesamt kamen mindestens acht Menschen ums Leben. Bei einem Autobombenanschlag bei Balad rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad wurden allein sechs Menschen getötet, wie Sicherheitskräfte mitteilten. Drei Verdächtige seien festgenommen worden.
In Bagdad wurde ein Zivilist getötet, als eine Bombe neben einem vorüberfahrenden Militärkonvoi explodierte, wie es aus dem Innenministerium hieß. In Dudschail rund 30 Kilometer nördlich von Bagdad wurde nach Polizeiangaben ein ausländischer Fahrer bei der Explosion einer auf der Straße abgelegten Bombe getötet.