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Irak Prozeß gegen Saddam Hussein abermals vertagt

02.02.2006 ·  In Abwesenheit von Saddam Hussein ist der Prozeß gegen den früheren Diktator im Irak auf den 13. Februar vertagt worden. Seine Mitangeklagten sorgten nach den Worten des Richters für „Chaos“ vor dem Gerichtssaal.

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Das Verfahren gegen den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein ist auf den 13. Februar vertagt worden. Dies gab das Gericht am Donnerstag nach zwei Stunden langer Verhandlung bekannt.

Bei der zehnten Anhörung sagten zwei Zeugen aus, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sie waren durch einen Vorhang vom Zuschauerraum getrennt. Der Prozeß war in Abwesenheit der acht Angeklagten fortgesetzt worden.

„Chaos“ vor dem Gerichtssaal

Saddam Hussein und drei Mitangeklagte seien gar nicht vorgeladen worden, nachdem sie zuvor erklärt hätten, ohnehin fernbleiben zu wollen, teilte der Vorsitzende Richter Rauf Raschid Abdel Rahman mit. Die vier anderen Angeklagten hätten vor dem Gerichtssaal ein solches „Chaos“ veranstaltet, daß die Richter die Sitzung lieber ohne sie begonnen hätten.

Am Vortag war das Verfahren unterbrochen worden, weil der frühere Staatschef und vier weitere Angeklagte sich weigerten, an der Verhandlung teilzunehmen. Die Verteidiger von Saddam Hussein verlangten die Absetzung von Rahman.Sie werfen ihm vor, wegen einer „persönlichen Fehde“ mit Saddam Hussein befangen zu sein.

Saddam Hussein und sieben Mitangeklagte müssen sich seit dem 19. Oktober wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Gegenstand des Verfahrens ist ein Massaker an rund 150 Bewohnern der Ortschaft Dudschail im Jahr 1982. Den Angeklagten droht die Todesstrafe.

Zeugen berichten von Mißhandlungen

Ein Zeuge sagte aus, er sei als Zwölfjähriger einen Tag nach einem fehlgeschlagenen Attentat auf Saddam Hussein in der nördlich von Bagdad gelegenen Ortschaft festgenommen worden. Die Sicherheitskräfte hätten ihn an den Händen aufgehängt und mit Elektroschocks gequält. Seine Schwester sei vor seinen Augen ausgezogen und geschlagen worden. „Mithäftlinge, die aus den Folterzellen getragen wurden, konnten tagelang nicht laufen“, sagte der Zeuge. Einen Tag nach dem
Attentat habe er die Leiche seines Bruders neben denen von acht weiteren Männern entdeckt.

Der zweite Zeuge gab an, nach der Verhaftungswelle infolge des Attentats von Barsan Ibrahim gefoltert worden zu sein. Ibrahim ist einer der Hauptangeklagten des Prozesses.

Amerikanischer Luftangriff

Bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe in Bagdad sind am Donnerstag drei irakische Soldaten getötet worden. Ihr Fahrzeug wurde nach Angaben eines Militärsprechers völlig zerstört. Schon am Mittwoch kamen fünf amerikanische Soldaten ums Leben: Drei wurden südlich von Bagdad bei einer Explosion getötet. Zwei weitere erlagen Verletzungen aus Gefechten mit Aufständischen, wie die Streitkräfte am Donnerstag mitteilten.

Ein amerikanischer Hubschrauber flog am Morgen einen Luftangriff auf den schiitischen Stadtteil Sadr. Beim Einschlag von Raketen wurde nach Angaben von Bewohnern eine 20 Jahre alte Frau getötet. Ihr Vater, eine weitere Frau und ein zweijähriges Kind wurden verletzt. Vor dem Angriff sei der Hubschrauber während eines Einsatzes gegen einen gesuchten Terroristen beschossen worden, teilten die amerikanischen Streitkräfte mit. Der Stadtteil Sadr ist eine Hochburg des radikalen schiitischen Klerikers Muqtada al Sadr. Der irakische Verkehrsminister Salam al Maliki, ein Anhänger al Sadrs, verurteilte den amerikanischen Angriff und verlangte Entschädigung für die Opfer.

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