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Veröffentlicht: 22.08.2016, 14:40 Uhr

Selbstmordanschlag Polizisten ziehen Kind Sprengstoffweste aus

Die Bilder sind dramatisch, der Kontext allerdings noch unklar: Sicherheitskräfte hielten wohl im Norden des Irak einen Jungen von einem Selbstmordanschlag ab.

© Reuters Am Straßenrand halten zwei Polizisten den Jungen fest, während weitere Sicherheitskräfte die Weste von seinem Körper entfernen.

Die Polizei hat in der Ölstadt Kirkuk im Nordirak einen zwölf bis 14 Jahre alten Jungen vermutlich daran gehindert, sich selbst und andere in die Luft zu sprengen.

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Der Junge hatte zusammen mit einem weiteren Attentäter eine schiitische Moschee in Kirkuk als Anschlagsziel ins Auge gefasst. Der andere Attentäter sprengte sich in die Luft, als ihn Sicherheitskräfte beim Betreten des Gotteshauses aufhielten, sagte eine anonyme Polizeiquelle gegenüber der chinesischen Nachrichtenplattform Xinhua. Der Junge, dessen Alter in verschiedenen Medien mit zwölf, 13 oder 14 Jahren angegeben wird, wollte die Moschee betreten, während dort Gläubige beteten.

Iraqi security forces detain a boy after removing a suicide vest from him in Kirkuk © Reuters Vergrößern Den Jungen fest im Griff, rennen die Sicherheitskräfte von der Sprengstoffweste weg.

In einem Video, welches die kurdische Mediengruppe „Rudaw“ verbreitete, ist zu sehen, wie die Polizisten den Jungen an Armen und Beinen festhalten. Sie lockern eine weiße Weste, die er um den Oberkörper gebunden hat, und legen sie anschließend am Boden ab. Dann rennen die Sicherheitskräfte mit dem Jungen davon. In dem Video ist zu sehen, wie bei einer Explosion ein großer Feuerball aufsteigt. Der Sprengstoffgürtel sei kontrolliert gesprengt worden, hieß es aus Polizeikreisen. Das Kind sei anschließend in Tränen ausgebrochen, berichtete die irakische Polizei. Sie führte den Jungen ab.

Iraqi security forces detain a boy after removing a suicide vest from him in Kirkuk © Reuters Vergrößern Nachdem sie den Sprengstoffgürtel entfernt haben, führen Polizisten den Jungen ab.

Der Anschlagsversuch kommt nur einen Tag nachdem ein Kind sich auf einer kurdischen Hochzeit in Gaziantep mit einem Sprengstoffgürtel selbst in die Luft sprengte. Der Junge riss nach aktuellen türkischen Medienberichten 54 Menschen mit in den Tod. Noch immer werden 66 zum Teil schwer Verletzte in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Bereits kurz nach dem Attentat hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan die Vermutung geäußert, dass der Täter ein 12 bis 14 Jahre altes Kind war, das vom Islamischen Staat beauftragt worden war.

© reuters Irak: Sicherheitskräfte stellen Jungen mit Sprengstoffgürtel

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