Amerikanische Truppen und irakische Einheiten haben am Montag in der Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr City das Quartier von Angehörigen einer radikalen Miliz angegriffen. Bei den Kämpfen wurden drei Menschen getötet, darunter eine Frau und ein dreijähriges Mädchen. Zwölf Menschen wurden verletzt, unter ihnen fünf weitere Kinder und zwei Frauen. Das irakische Fernsehen berichtete, amerikanische Kampfflugzeuge hätten mehrere Gebäude in dem Viertel angegriffen. Drei Häuser und drei Autos seien zerstört worden. Ein amerikanischer Soldat sei verletzt worden.
Am Wochenende hatte die Verlegung von zusätzlichen 3700 amerikanischen Soldaten nach Bagdad begonnen, die für mehr Sicherheit in der irakischen Hauptstadt sorgen soll. Ziel des Angriffs in Sadr-City war offenbar die Festnahme von Milizionären der so genannten Mahdi-Armee. Diese wird von dem radikalen schiitischen Prediger Muktada al-Sadr angeführt, der die nach seinem Vater benannte Schiiten-Vorstadt kontrolliert.
Innerhalb von 24 Stunden wurden 38 Menschen getötet
Bei weiteren Angriffen und Anschlägen kamen im Irak innerhalb von 24 Stunden mindestens 38 Menschen ums Leben, darunter drei amerikanische Soldaten. Ein Selbstmordattentäter riß am Montag in der nordirakischen Stadt Samarra neun Angehörige einer Spezialeinheit der irakischen Polizei mit in den Tod. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden in der Stadt 125 Kilometer nördlich von Bagdad 31 weitere Menschen verletzt, unter ihnen zwölf Polizisten. Der Attentäter sprengte sich neben den Polizisten mit einer Autobombe in die Luft.
Bei einem Bombenanschlag in Falludscha wurden am Montag sechs Zivilisten getötet, wie die Polizei mitteilte. Der am Straßenrand versteckte Sprengsatz hatte einer irakischen Polizeipatrouille gegolten. Deren Angehörige blieben unverletzt. In Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, griffen Aufständische einen irakischen Militärkontrollpunkt an. Bei dem Gefecht kamen sechs Soldaten und ein Rebell um, 15 weitere Soldaten wurden verletzt. Das teilte das irakische Militär mit. In Tikrit wurden am Vorabend zwölf Menschen getötet, als sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Sprengstoffgürtel mitten in einer Trauergemeinde in die Luft sprengte. Weitere 20 Menschen wurden bei dem Anschlag auf die Trauerfeier verletzt, die einem verstorbenen Funktionär der Stadtverwaltung galt. Drei amerikanische Soldaten kamen am Sonntagabend im Südwesten von Bagdad bei einer Bombenexplosion ums Leben, wie das Militärkommando der Vereinigten Staaten in Bagdad am Montag mitteilte.
