04.01.2007 · Der irakische Ministerpräsident Maliki hat den Vollzug der Todesstrafe gegen zwei Mitangeklagte des früheren irakischen Präsidenten verschieben lassen. Unterdessen wurde im Zusammenhang mit dem geheimen Video der Hinrichtung Saddam Husseins ein zweiter Verdächtiger festgenommen.
Die Hinrichtung der beiden zum Tode verurteilten Mitangeklagten des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein - seines Halbbruders Barsan al Takriti und des ehemaligen Präsidenten des irakischen Revolutionstribunals, Awwad al Bandar - ist verschoben worden. Ein Vertrauter des Ministerpräsidenten Maliki bestätigte dies nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Die Verschiebung sei auf „internationalen Druck“ zurückzuführen.
Er wollte sich nicht festlegen, an welchem Tag die Hinrichtungen nun stattfinden könnten. Ursprünglich waren die Hinrichtungen für Donnerstag angekündigt worden. Saddam Hussein wurde am Samstag hingerichtet. Die drei Angeklagten sind am 5. November wegen ihrer Verantwortung für das Massaker an 148 schiitischen Dorfbewohnern aus Dudscheil in den 80er Jahren zum Tode verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte die Urteile am 26. Dezember bestätigt. (Siehe auch: )
Zweite Festnahme wegen Video
Die irakische Justiz hat im Zusammenhang mit dem zweiten, inoffiziellen Videos der Hinrichtung Saddam Husseins einen zweiten Verdächtigen festgenommen. Zwei Mitarbeiter des Justizministeriums, die bei der Hinrichtung anwesend gewesen seien, seien festgenommen worden würden verhört, hieß es in Bagdad. Es sei noch keine Anklage erhoben worden. Unklar bleibt, ob die Festgenommenen die Aufnahmen gemacht haben sollen oder ob sie Saddam Hussein die auf dem Video zu hörenden Beleidigungen zugerufen hatten.
Maliki hat eine dreiköpfige Kommission beauftragt, die Umstände der Aufzeichnung zu untersuchen. Sie soll auch herausfinden, wer Saddam Hussein unmittelbar vor dessen Hinrichtung verhöhnte und beschimpfte. Das Video hat die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten im Irak weiter angeheizt. Maliki sei entschlossen, die Verantwortlichen zu bestrafen, sagte ein ihm nahe stehender Abgeordneter.
Bei der Hinrichtung waren Wachpersonal sowie 14 Zeugen zugegen. Der irakische Staatsanwalt Munkith al Farun sagte, zwei der Zeugen hätten die Hinrichtung entgegen den Bestimmungen mit Mobilfunkgeräten gefilmt. Die provozierenden Rufe stammten aber von Wachleuten, die sich außerhalb des Hinrichtungsraums befunden hätten. Am Mittwoch wurde ein Wächter als mutmaßlicher Urheber des illegalen Films verhaftet. (Siehe auch: )
Tote bei zwei Bombenanschlägen in Bagdad
Bei zwei Bombenanschlägen nahe einer Tankstelle in Bagdad sind nach Polizeiangaben mindestens 13 Menschen getötet worden. Der erste Sprengsatz habe die Menschen getroffen, die am Donnerstag für Benzin Schlange gestanden hätten, der zweite, als Polizei und Rettungskräfte eingetroffen seien. Die Zahl der Verletzten liege bei 22. Zunächst war von fünf Toten die Rede gewesen.
Aus Kreisen des Innenministeriums verlautete, die Angriffe seien mit Autobomben verübt worden. Der Anschlag fand im vergleichsweise wohlhabenden Bezirk Mansur statt, das eine gemischt schiitisch-sunnitische Bevölkerung hat.