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Irak „Glaube nicht, daß sie existieren“

26.01.2004 ·  Der amerikanische Außenminister Powell und der frühere Chefwaffeninspekteur Kay nähren die Zweifel, daß der Irak Massenvernichtungswaffen besessen hat. Dies war ein entscheidender Grund für den Krieg gegen Saddam Hussein.

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Der zurückgetretene Chef der amerikanischen Iraq Survey Group (ISG), David Kay, und dessen Nachfolger als Chefwaffeninspekteur, Charles Duelfer, haben die Ansicht geäußert, die seit acht Monaten betriebene Suche nach den vermuteten Massenvernichtungswaffen im Irak könne möglicherweise ergebnislos bleiben.

Damit könnte sich bestätigen, daß Saddam Hussein zum Zeitpunkt des Kriegs keine Massenvernichtungswaffen besessen hat. Bei der bisherigen Suche nach solchen Waffen habe sein zuletzt 1.400 Mann starkes Expertenteam nichts gefunden, sagte Kay am Sonntag im öffentlichen Rundfunk NPR. Er halte es für sehr unwahrscheinlich, daß bedeutende Mengen an Waffen gefunden würden. „Ich glaube nicht, daß sie existieren, aber das ist meine persönliche Meinung“, fügte Kay hinzu.

Die amerikanischen Geheimdienste schuldeten Präsident George W. Bush eine Erklärung. Die Regierungen in Washington und London hatten sich auf geheimdienstliche Erkenntnisse berufen, um die Gefahr irakischer Massenvernichtungswaffen zu belegen und den Angriff auf Irak zu rechtfertigen.

Powell: „Offene Fragen“

Kay war am Freitag mit den Worten zurückgetreten, Irak habe seiner Auffassung nach zu Kriegsbeginn keine Massenvernichtungswaffen gehabt und in den Neunziger Jahren auch keine großen Produktionsprogramme aufgelegt.

Der amerikanische Außenminister Powell hatte am Wochenende angedeutet, daß es möglich sei, daß die vermuteten Massenvernichtungswaffen im Irak nicht mehr gefunden würden. Auf dem Weg nach Tiflis sagte Powell, er betrachte es als „offene Frage", ob im Irak noch Massenvernichtungswaffen gefunden würden. Man wisse noch immer nicht, „wie groß die Bestände (an Waffen) waren und - falls sie über solche verfügten - wohin diese verschwunden sind".

Umstrittener Auftritt vor der UN

Weiter müsse man fragen, „warum es vorher nicht bekannt war, wenn sie keine Waffen hatten", sagte der Außenminister und verteidigte zugleich seinen Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat im Februar 2003. „Als ich im vergangenen Jahr meinen Vortrag gehalten habe, basierte er auf den besten Erkenntnissen, die wir zu diesem Zeitpunkt hatten. Er stimmte mit der Einschätzung anderer Geheimdienste und anderer Regierungen überein", versicherte Powell.

Der britische Premierminister Blair sagte der Zeitung "The Observer", er glaube weiterhin, daß die ihm vor dem Krieg vorgelegten Geheimdienstberichte korrekt gewesen seien. Er sei sicher, daß entweder Waffen gefunden würden oder eine Erklärung dafür, warum sie nicht entdeckt worden seien.

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