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Irak-Geiseln Köhler appelliert an Entführer

14.03.2007 ·  Bundespräsident Köhler hat sich in einer Videobotschaft an die Entführer der beiden im Irak festgehaltenen Deutschen gewandt. Die Geiseln müssten „ihren Familien zurückgegeben“ werden, sagte er. Im Irak sei schon „zu viel Blut vergossen worden“.

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Bundespräsident Horst Köhler hat sich in die Bemühungen um ein glückliches Ende der Geiselnahme im Irak eingeschaltet. In einer Videobotschaft an die Entführer setzte er sich eindringlich für eine Freilassung der beiden Deutschen ein.

Köhler sagte: „Halten Sie ein! Geben Sie die Geiseln ihren Familien zurück.“ Er sagte, es gebe kein politisches Ziel, das die Entführung oder die Tötung unschuldiger Menschen rechtfertige. Keine Religion erlaube ein solches Verhalten. „Ich wende mich jetzt direkt an Sie, die Entführer: Ich appelliere an Sie, Frau Krause und Ihren Sohn umgehend freizulassen. In Irak ist schon zuviel unschuldiges Blut vergossen worden.“ Die Videobotschaft wurde am Mittwochnachmittag in der ARD erstmals ausgestrahlt und zeitgleich auch dem arabischen Sender Al Dschazira zur Verfügung gestellt.

„So schnell wie möglich freilassen“

Der Islamrat für die Bundesrepublik schloss sich dem Appell an. Der Vorsitzende Ali Kizilkaya forderte die Geiselnehmer auf, die beiden Deutschen „so schnell wie möglich freizulassen“. Er sagte, derartige Gewalttaten seien nicht aus islamischer Sicht zu rechtfertigen. Sie dienten auch „keiner Sache“.

Die Geiselnehmer hatten am Wochenende mit einem Ultimatum die Bundesregierung unter Zugzwang gesetzt. Sie bezeichneten sich in einer Video-Botschaft als Mitglieder einer Islamistengruppe mit dem Namen „Pfeile der Rechtschaffenheit“ und forderten, Deutschland müsse innerhalb von zehn Tagen mit dem Abzug seiner Truppen in Afghanistan beginnen. Sonst müssten die Geiseln sterben.

Hannelore Krause und ihr Sohn Sinan waren am 6. Februar in Bagdad verschleppt worden. Beide leben bereits seit vielen Jahren im Irak. Die Frau ist mit einem irakischen Arzt verheiratet. Der Sohn soll im irakischen Außenministerium tätig gewesen sein.

Im Fall der im Jahr 2005 entführten deutschen Archäologin Susanne Osthoff hatte sich der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in einer Videobotschaft für die Freilassung der Geisel eingesetzt. In der vom Fernsehsender Al Dschazira ausgestrahlten Botschaft hatte er an die „Menschlichkeit und Barmherzigkeit“ der Entführer appelliert.

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