Home
http://www.faz.net/-gq5-11kl0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Irak Ein Meilenstein zur Souveränität

Irakische Truppen haben am Neujahrstag die Kontrolle über die hermetisch abgeriegelte Grüne Zone in Bagdad übernommen. Die Wachablösung wird als Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Souveränität gewertet.

© dpa Vergrößern Fortan steht die Grüne Zone unter irakischem Kommando

Irakische Truppen haben am Neujahrstag die Kontrolle über die hermetisch abgeriegelte Grüne Zone in Bagdad übernommen. Sie lösten damit die amerikanischen Truppen ab. In der Grünen Zone befinden sich die amerikanische Botschaft, das irakische Parlament und mehrere Ministerien. Nach dem Einmarsch der internationalen Truppen unter Führung der Vereinigten Staaten 2003 hatten die Amerikaner die Grüne Zone errichtet und durch eine vier Meter hohe Mauer geschützt.

Die Wachablösung wird in Bagdad als Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Souveränität gewertet. Irakische Regierungsvertreter feierten den symbolträchtigen Schritt am Neujahrstag im Palast des früheren Diktators Saddam Hussein. Die Iraker übernahmen zudem die Kontrolle über den Flughafen von Basra.

Mehr zum Thema

Etwa sechs Jahre nach der amerikanisch geführten Invasion war mit Ablauf des Jahres das UN-Mandat ausgelaufen. Die weitere Stationierung von derzeit 140.000 amerikanischen Soldaten wurde inzwischen durch ein neues bilaterales Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Irak ermöglicht. Es schränkt aber die Machtbefugnisse der Amerikaner ein und sieht ihren schrittweisen Abzug bis Ende 2011 vor.

Iraker übernehmen von den Amerikanern Grüne Zone in Bagdad © dpa Vergrößern Übergabe per Handschlag

Wenige Stunden vor Ablauf des UN-Mandates für die multinationale Truppe im Irak hatte die irakische Regierung auch noch zwei Stationierungsabkommen mit Großbritannien und Australien unterzeichnet, das die Einsatzbedingungen für die derzeit noch 4100 britischen Soldaten und die noch etwa 1000 Australier in den nächsten sieben Monaten festlegt. Alle britischen und australischen Truppen sollen bis Ende Juli 2009 das Land verlassen haben. Dann werden nur noch amerikanische Soldaten im Irak stationiert sein. Die Kontingente anderer Staaten verließen das Land wegen des Ablaufs des UN-Mandates schon vorher.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Syrien Gegner des IS bekämpfen einander

Die Lage im syrischen Bürgerkrieg wird immer unübersichtlicher. Im Nordosten des Landes sind Kämpfe zwischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten ausgebrochen. Nützt das der Terrormiliz Islamischer Staat? Mehr

18.01.2015, 10:03 Uhr | Politik
Unterstützung im Irak 1500 zusätzliche Soldaten gegen den IS

Die vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama genehmigten Kräfte sollen sich zwar nicht direkt an den Kämpfen beteiligen, aber irakische Truppen einschließlich kurdischer Kräfte unterstützen. Mehr

09.11.2014, 11:44 Uhr | Politik
Internetvideo IS droht mit Ermordung japanischer Geiseln

Bei seinem Besuch in Jerusalem verlangt der japanische Ministerpräsident Abe die sofortige Freilassung der beiden in Syrien entführten Landsleute. Zuvor hatte die Terrormiliz IS in einem Internetvideo mit der Ermordung der Geiseln gedroht. Mehr

20.01.2015, 10:58 Uhr | Politik
Vereinigte Staaten stärken Militärpräsenz in Bagdad

Der amerikanische Präsident sandte weitere 350 Soldaten zum Schutz der eigenen Botschaft in die irakische Hauptstadt. Außerdem werden Spitzenvertreter der Armee in den Nahen Osten entsandt. Mehr

03.09.2014, 11:15 Uhr | Politik
Seit Beginn der Luftangriffe IS-Miliz verlor erst ein Prozent ihrer Gebiete

Die internationale Militärallianz kommt im Kampf gegen die Dschihadistengruppe nur langsam voran: Nach monatelangen Luftangriffen konnte die Miliz erst an wenigen Orten zurückgedrängt werden. Die Amerikaner mahnen zur Geduld - und starten mit der Ausbildung syrischer Kämpfer. Mehr

24.01.2015, 05:30 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2009, 16:01 Uhr

Der Teufels-Pakt

Von Michael Martens, Athen

Mit seiner ersten Entscheidung als Ministerpräsident stößt Alexis Tsipras seine Anhänger vor den Kopf. Sein Koalitionspartner repräsentiert das alte, gescheiterte Griechenland – und hat einen fremdenfeindlichen Demagogen als Vorsitzenden. Mehr 23 75