17.08.2010 · Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Rekrutierungsbüro in Bagdad sind mindestens 59 Menschen getötet worden. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt. Die Rekruten hatten sich vor dem Hauptquartier ihrer Division versammelt.
Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Rekrutierungsbüro der irakischen Armee in Bagdad sind am Dienstag mindestens 59 Menschen getötet worden. Das teilte ein Verantwortlicher der städtischen Leichenhalle mit. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als hundert Menschen verletzt. Die Mehrzahl der Opfer seien Rekruten, unter den Toten befänden sich aber auch Soldaten.
Der Selbstmordattentäter zündete den Angaben zufolge gegen 07.30 Uhr (Ortszeit) eine Sprengstoffweste, nachdem er sich in die Schlange vor dem Rekrutierungsbüro im Viertel Baab el Muatham im Zentrum der Hauptstadt eingereiht hatte.
Ein Rekrut, der mit dem Leben davonkam, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er könne nicht verstehen, wie der Attentäter unerkannt die Sicherheitsschleuse passieren konnte. Nach der Explosion seien die Überlebenden in alle Richtungen geflohen, Soldaten hätten in die Luft geschossen.
Die Gewalt im Irak hat wieder zugenommen
Das Selbstmordattentat in Bagdad ist der schlimmste Anschlag seit der Attacke am 18. Juli in der Stadt Radwanija mit mindestens 45 Toten. Damals hatte sich ein Attentäter inmitten von Mitgliedern der Sahwa-Miliz, die gegen das Terrornetzwerk Al Qaida kämpft, in die Luft gesprengt.
Bis Ende August wollen die Vereinigten Staaten ihre Kampftruppen aus dem Irak vollständig abziehen. Etwa 50.000 amerikanische Soldaten sollen danach im Land bleiben, um sich an der Ausbildung der irakischen Armee zu beteiligen. Irakische und amerikanische Vertreter warnen davor, dass Aufständische ein Machtvakuum für vermehrte Anschläge nutzen könnten.