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Irak Dutzende Tote bei Bombenanschlag

10.06.2009 ·  Bei einem Autobombenanschlag auf einem Markt im schiitischen Herzland im Südirak sind am Mittwoch mindestens 29 Menschen getötet und 55 verletzt worden. Es war der schwerste Anschlag in der Region seit knapp sechs Jahren. Auch andernorts eskaliert wieder die Gewalt.

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Bei einem Autobombenanschlag auf einem Markt im schiitischen Herzland im Südirak sind am Mittwoch mindestens 29 Menschen getötet und 55 verletzt worden. Das mit Sprengstoff beladene Auto war in der Stadt Bathaa in einem Geschäftsbezirk abgestellt und dort zur Explosion gebracht worden, wie irakische Behörden mitteilten. Bathaa liegt in der Nähe von Nassirija, rund 320 Kilometer südöstlich von Bagdad. Es war der schwerste Anschlag in der Region seit November 2003, als bei einem Angriff auf damals dort stationierte italienische Truppen mehr als 30 Menschen getötet wurden.

In dem Gebiet hat es in der Vergangenheit oft Gewalttaten gegeben, vor allem Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen schiitischen Milizen. Der irakische Vizepräsident Adel Abdul Mahdi, ein Schiit, machte Al Qaida und nationalistische Aufständische für den Anschlag verantwortlich. Sie griffen nun aus Verzweiflung auch bislang stabile Regionen an, um den Konflikt zwischen den Religionsgemeinschaften wieder zu schüren und den politischen Fortschritt zu verhindern, erklärte Abdul Mahdi.

Bezüglich der Opferzahlen gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Provinz Dhi Kar sprach von 29 Toten und 55 Verletzten. Das Innenministerium ging von 28 Toten aus, das Krankenhaus in Nassirija sprach von 35 Opfern und 45 Verletzten.

Es war der bislang letzte schwere Anschlag in einer ganzen Serie in der jüngsten Zeit, die wieder die Frage aufwarfen, ob die irakische Regierung ohne die Unterstützung der amerikanischen Truppen die Sicherheit im Land garantieren kann. Die amerikanischen Soldaten wollen sich bis zum 30. Juni aus den städtischen Gebieten im Irak zurückziehen.

Weitere Anschläge

Anschläge wurden am Mittwoch auch aus den drei Provinzen Salaheddin, Ninive und Dijala gemeldet, die nördlich von Bagdad liegen. In der Stadt Mossul starben nach Polizeiangaben zwei irakische Soldaten, als ein Sprengsatz neben ihrer Patrouille explodierte. Ein dritter Soldat kam bei einer Handgranatenattacke auf eine Straßensperre ums Leben. Andernorts in Mossul fand die Polizei die Leichen von zwei Mordopfern. In Dijala wurde ein irakischer Soldat von einer Bombe getötet. In Salaheddin wurde der Kommandeur einer Bürgerwehr bei einem Sprengstoffanschlag verletzt. Zwei seiner Leibwächter starben.

Die Iraker sollen am 31. Januar kommenden Jahres nicht nur ein neues Parlament wählen, sondern auch über das Ende 2008 verabschiedete Sicherheitsabkommen mit den Vereinigten Staaten abstimmen. Der Sprecher der irakischen Regierung, Ali al-Dabbagh, sagte am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Buratha News, die Wahlen und das ursprünglich für den 30. Juli dieses Jahres vorgesehene Referendum sollten gleichzeitig stattfinden. Das Abkommen sieht den Abzug der amerikanischen Kampftruppen aus dem Irak bis Ende 2011 vor.

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