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Irak Dutzende Tote bei Anschlagsserie

23.02.2012 ·  Eine neue Welle der Gewalt hat die irakische Hauptstadt Bagdad und andere Provinzen des Landes erschüttert. Bei mehreren Anschlägen mit Autobomben sowie Feuergefechten wurden mindestens 60 Menschen getötet.

Von Rainer Hermann
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Bei einer landesweiten Serie von 14 Anschlägen sind im Irak am Donnerstagmorgen mehr als 60 Menschen getötet und mehr als weitere 250 verletzt worden. Da die irakische Polizei und schiitische Stadtteile die Ziele waren, machten Regierungsvertreter abermals die Terrorgruppe Al Qaida für die Anschläge verantwortlich. Al Qaida hatte sich im Januar zu der Anschlagsserie auf schiitische Pilger bekannt und erklärt, die Angriffe würden so lange fortgesetzt, wie die „Regierung der Safawiden“ ihren Krieg führe. Die Safawiden waren von 1501 bis 1736 eine in Iran herrschende schiitische Dynastie.

Die Anschlagsserie ereignete sich am Donnerstag in den Bagdader Stadtteilen Karrada, Kadhimiya, Mansour, Doura und Sarafiyah. Außerhalb der Hauptstadt waren Hilla, Baquba, Balad, Tadschi und die Provinz Takrit betroffen. In Musayyib war eine Grundschule das Ziel. Getötet wurden neben Polizisten Besucher von Restaurants und Iraker, die auf Busse warteten. Zuletzt waren am vergangenen Sonntag bei einem Anschlag auf die Polizeiakademie in Bagdad 20 Menschen getötet worden. Ein Sprecher der Regierung vermutete, die Anschläge seien koordiniert und seit mehr als einem Monat geplant gewesen. Das Ziel der Anschlagsserie sei womöglich, die arabischen Staatschefs davon abzuhalten, Ende März zu dem Gipfeltreffen der Arabischen Liga nach Bagdad zu kommen.

In der Nacht zum Donnerstag hatten irakische Sicherheitskräfte den Führer der Terrorgruppe Ansar al Sunna, Walid Chalid Ali, bei dem Versuch festgenommen, von Syrien kommend illegal in den Irak einzureisen. Die Gruppe Ansar al Sunna, die sich 2007 von der kurdischen Terrorgruppe Ansar al Islam abgespalten hatte, ist Teil des „Islamischen Staats Irak“, wie sich Al Qaida im Irak nennt. Auf das Konto von Al Qaida sind in den vergangenen Wochen mehrere Anschläge im Irak gegangen. Die Gruppe Ansar al Sunna hatte 2006 und 2007 zahlreiche Anschläge auf amerikanische Soldaten im Irak verübt.

Unterdessen begann das irakische Parlament am Donnerstag die Debatte zum Staatshaushalt 2012. Der säkulare Block Iraqiyya hatte zuvor den Boykott des Parlaments aufgegeben. Aufgrund der Gewalt in Bagdad waren jedoch lediglich 219 der 325 Abgeordneten im Parlamentsgebäude, das in der grünen Zone liegt, anwesend.

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Jahrgang 1956, Korrespondent für Wirtschaft und Politik in der arabischen Welt mit Sitz in Abu Dhabi.

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