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Irak „Dumme Fälschung wie ein Cowboyfilm“

26.12.2004 ·  Etwa ein Jahr nach seiner Festnahme präsentiert der frühere Diktator Saddam Hussein seine eigene Version der Geschichte: Der Mann behauptet, beim Abendgebet umstellt, dann verhaftet und schließlich gefoltert worden zu sein.

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Etwa ein Jahr nach seiner Festnahme hat der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein die von amerikanischen Stellen verbreitete Version seiner Gefangennahme energisch bestritten. Die Behauptung, er sei von amerikanischen Soldaten am 13. Dezember des Vorjahres aus einem betonierten Erdloch bei Tikrit gezogen worden, sei eine „dumme Fälschung wie ein Cowboyfilm“, soll Saddam seinem Rechtsanwalt Chalil al-Duleimi gesagt haben.

Al-Duleimi hatte Saddam, der sich noch immer in amerikanischem Gewahrsam bei Bagdad befindet und auf einen Prozeß vor einem irakischen Sondertribunal wartet, erstmals vor etwas mehr als einer Woche sprechen dürfen. In der viereinhalbstündigen Unterredung behauptete Saddam, daß ihn die Amerikaner beim Abendgebet im Haus eines Freundes überrascht hätten, sagte Al-Duleimi in einem Interview der in Kairo erscheinenden Wochenzeitung „Al-Osbou“ (Montag).

„Bis zum letzten Blutstropfen“

Das amerikanische Militär hatte nach der Gefangennahme Videoaufnahmen des Kellerlochs in einem Dorf bei Tikrit gezeigt. Zahlreiche Reporter suchten danach die Fundstelle auf, einige sprachen später mit amerikanischen Soldaten und Offizieren, die an der spektakulären Aktion teilgenommen hatten. Nach Militärangeben hatte sich der mit einer Pistole bewaffnete Saddam ohne jeden Widerstand ergeben.

Demgegenüber behauptete Saddam nach den Worten seines Anwalts: „Die Amerikaner hatten mich umstellt, meine Waffe war weit weg. Ich wurde verhaftet und in den ersten beiden Tagen furchtbar gefoltert. Wenn ich gewußt hätte, daß sie in der Nähe sind, hätte ich gekämpft bis zum letzten Blutstropfen.“

Derzeit ist nicht klar, wann das Verfahren gegen Saddam vor dem irakischen Sondergerichtshof beginnen soll. Bei einer ersten Anhörung am 1. Juli warf ihm der Richter eine Reihe von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, darunter die Ermordung Zehntausender irakischer Kurden und Schiiten sowie die Tötung und Verfolgung von Oppositionellen in den 25 Jahren seiner Gewaltherrschaft.

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