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Irak Anschlag auf das Parlament in Bagdad

12.04.2007 ·  In Bagdad haben sich am Donnerstag zwei große Anschläge ereignet, einer davon im Parlament in der schwer gesicherten Grünen Zone. Zwei Abgeordnete kamen ums Leben. Am Vormittag hatte ein Selbstmordattentäter auf einer Brücke über dem Tigris zehn Menschen mit in den Tod gerissen.

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In Bagdad haben sich am Donnerstag zwei große Anschläge ereignet, einer davon im Parlament in der schwer gesicherten Grünen Zone, in der die irakische Regierung und die amerikanischen Hauptquartiere untergebracht sind. Bei der Explosion einer Bombe im Parlamentsgebäude wurden mindestens zwei Abgeordnete getötet, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Mindestens zehn Menschen wurden nach Informationen des staatlichen Fernsehens verletzt. Nur wenige Stunden zuvor hatte ein Selbstmordattentäter eine der neun Brücken in Bagdad zerstört und mindestens zehn Menschen getötet.

Die Explosion im Parlamentsgebäude ereignete sich in der Cafeteria, wo einige Abgeordnete gerade zu Mittag aßen. Bei einem der Toten handele es sich um den sunnitischen Abgeordneten Mohammed Awad, sagte Saleh al Mutlak, der Vorsitzende seiner Partei, der Front für den nationalen Dialog. Diese hat elf Sitze im irakischen Parlament. Eine Abgeordnete seiner Partei sei verletzt worden, sagte al Mutlak. Aus Sicherheitskreisen hieß es, ein schiitischer Abgeordneter sei ebenfalls getötet worden.

Muchlis al Samili von der schiitischen Fadhila-Partei sagte dagegen, bei dem zweiten Toten handele es sich um einen Kurden. Sechs der Verletzten gehörten dem Block des radikalen schiitischen Predigers Muqtada al Sadr an. Es scheine, als ob ein Selbstmordattentäter mit einer Sprengstoffweste für die Tat verantwortlich sei, sagte al Samili.

„Anschlag auf ein Symbol der irakischen Gesellschaft“

Der Anschlag sei „gegen jeden gerichtet, alle Parteien, da unser Parlament ein Symbol und Repräsentant aller Segmente der irakischen Gesellschaft ist“, sagte Chalaf al Iljan, einer von drei Vorsitzenden des Bündnisses Irakische Eintracht, das 44 Abgeordnete stellt. Der Anschlag zeige das Versagen des Sicherheitsplans der Regierung.

Bei dem Anschlag auf die Al-Sarafija-Brücke fuhr der Täter einen mit Sprengstoff beladenen Lkw auf das Bauwerk und brachte das Fahrzeug dort zur Explosion, wie die Polizei mitteilte. Etwa 20 Autos stürzten in den Fluss, 26 Menschen wurden verletzt. Nach dem Anschlag lagen Stahlträger der Brücke im Tigris. Die Al-Sarafija-Brücke verband den überwiegend von Sunniten bewohnten Stadtteil Wassirija mit dem schiitischen Viertel Utafija. Sie wurde in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von den Briten gebaut. Seit Monaten gab es Berichte, dass sunnitische Rebellen die Brücken in Bagdad in die Luft sprengen wollten.Schwerer Schlag für die Sicherheitsvorkehrungen.

Die Anschläge waren schwere Schläge für die Sicherheitsvorkehrungen in der irakischen Hauptstadt, wo irakische und amerikanische Soldaten im dritten Monat in einer Sicherheitsoffensive gegen die Aufständischen vorgehen. Es gab aber offenbar schon Warnungen vor weiteren Terrorakten. Die Sicherheitskräfte des Parlaments setzten am Donnerstag Spürhunde bei den Kontrollen an den Eingängen ein, was sonst nur selten geschieht.

Der türkische Armeechef Yasar Büyükanit sprach sich derweil für eine Militäroperation gegen die illegale Kurdische Arbeiterpartei PKK im Nordirak aus. Hierfür sei jedoch eine politische Entscheidung nötig, sagte er.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters / DPA / AP
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