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Irak Angriff auf die „Grüne Zone“ in Bagdad

 ·  Das Regierungsviertel in Bagdad ist am Sonntag von Granaten und Raketen getroffen worden. Bei weiteren Zwischenfällen starben im Irak zahlreiche Menschen. Die Agentur AP zählte seit Beginn des Krieges 3.996 tote amerikanische Soldaten.

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Das Regierungs- und Diplomatenviertel in Bagdad ist am Sonntag unter heftigen Beschuss geraten. Zwei Angriffsserien erschütterten am Morgen die sogenannte „Grüne Zone“. Verletzte gab es nicht, Tote gab es aber außerhalb des schwer bewachten Gebiets, wie aus Polizeikreisen verlautete. Bis zu acht Menschen seien von offensichtlich fehlgeleiteten oder willkürlich abgegebenen Katjuscha-Raketen tödlich getroffen worden.

Über einem Teil der „Grünen Zone“ stieg dicker schwarzer Rauch auf. Sirenen waren zu hören, zwei amerikanische Kampfhubschrauber überflogen ein Gebiet im Nordosten Bagdads. Vertreter der amerikanischen Botschaft, die ebenfalls in der „Grünen Zone“ liegt, bestätigten einen Angriff auf das Viertel mit Raketen oder Granaten. Hinter dem Beschuss wurden schiitische Extremisten vermutet.

13 Soldaten sterben durch Selbstmordanschlag

Das amerikanische Militär hatte zuletzt abtrünnige Kämpfer der Mehdi-Miliz des radikalen Schiitenpredigers Moktada al-Sadr für Raketengriffe auf das Regierungsviertel verantwortlich gemacht. Sadr hatte im vergangenen Monat eine seit sieben Monaten andauernde Waffenruhe verlängert, die als einer der Gründe für eine Verbesserung der Sicherheitslage im Irak gilt. Nach jüngsten Kämpfen wird jedoch um den Bestand der Waffenruhe gefürchtet.

Video: Fünf Jahre nach dem Einmarsch ist der Frieden im Irak noch fern

Ein Anschlag auf eine amerikanische Patrouille nordwestlich von Bagdad kostete drei amerikanische Soldaten das Leben. Die Streitkräfte teilten mit, auch zwei irakische Zivilpersonen seien bei der Bombenexplosion getötet worden. Zwei der Soldaten waren sofort tot, ein weiterer erlag später
seinen Verletzungen. Damit stieg die Zahl der getöteten amerikanischen Soldaten seit Beginn des Irak-Kriegs vor fünf Jahren nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP auf mindestens 3.996.

In der nordirakischen Stadt Mossul sind bei einem Selbstmordanschlag am Sonntag mindestens 13 irakische Soldaten ums Leben gekommen. Der Attentäter raste mit seinem Auto in den Innenhof eines Militärstützpunktes in Mossul und zündete seinen Sprengsatz. Die Wachen schossen auf den Wagen, konnten den Anschlag aber nicht verhindern, weil die Windschutzscheibe kugelsicher war. Die Polizei erklärte, neben den 13 Todesopfern gebe es 42 Verletzte, 30 Polizisten und zwölf Zivilpersonen.

Mindestens 15 Mitglieder einer Familie, darunter Frauen und Kinder, sollen außerdem am Sonntag bei einem amerikanischen Luftangriff in der nördlichen Stadt Bakuba getötet worden sein. Kampfhubschrauber hätten Angriffe auf vier Wohnhäuser geflogen, sagten irakische Behördenvertreter. Das amerikanische Militär tötete nach Angaben der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak zudem 15 Al-Qaida-Terroristen in derselben Region. Von der amerikanischen Armee gab zunächst keine Stellungnahmen.

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Von Günther Nonnenmacher

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