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Irak Amerikanische Luftwaffe greift Ziele in Bagdad an

25.02.2007 ·  Neuerliche Anschlagsserie im Irak: Die amerikanische Armee hat Ziele im Südosten von Bagdad angegriffen. Bei einem Anschlag in der irakischen Stadt Habbanija sind mindestens 35 Menschen getötet worden.

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Die amerikanische Luftwaffe hat am Samstagabend Ziele im Südosten von Bagdad angegriffen. Wie ein irakischer Sprecher des Kommandos für die Umsetzung des Sicherheitsplans in der irakischen Hauptstadt sagte, wurden „terroristische Ziele“ bombardiert. Die Angriffe dauerten an. Die Ziele seien im Rahmen des Sicherheitsplans mit der irakischen Armee abgestimmt worden. Aus dem irakischen Innenministerium verlautete, die Angriffe richteten sich gegen Rebellenstellungen im Viertel Bo'aitha. Gegen 22.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MESZ erschütterten rund dreißig heftige Explosionen den Südosten der Stadt.

Bei einem Anschlag in der irakischen Stadt Habbanija sind am Samstag nach jüngsten Angaben mindestens 35 Menschen getötet und 64 weitere verletzt worden. Der Anschlag habe sich gegen eine sunnitische Moschee gerichtet, teilte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Bagdad mit. Nach Angaben der amerikanischen Armee explodierte eine Autobombe.

In Nadschaf protestierten mehrere tausend Iraker gegen die vorübergehende Festnahme des Sohnes eines wichtigen Schiiten-Politikers durch die amerikanische Armee. Bei weiteren Anschlägen kamen landesweit mindestens 13 Menschen ums Leben.

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Festnahme als „krimineller Akt“

Wie die amerikanische Armee weiter mitteilte, befinden sich in der Nähe des Anschlagortes eine Moschee und eine Polizeiwache sowie eine Schule. Die Bombe sei gegen 16.30 Uhr Ortszeit (14.30 Uhr MESZ) hochgegangen. Rettungskräfte der multinationalen Truppen im Irak versorgten vor Ort Verletzte. Die Rebellenhochburg Habbanija liegt in der sunnitischen Unruheregion El Anbar etwa 65 Kilometer westlich von Bagdad. Die Stadt war bislang von Anschlägen weitgehend verschont geblieben, da viele Attentate im Irak auf das Konto sunnitischer Rebellen gehen.

In Nadschaf demonstrierten tausende Iraker aus Empörung über die Festnahme von Ammar el Hakim. Auf Spruchbändern wurde die Festnahme als „krimineller Akt“ verurteilt. Die Demonstranten marschierten in der den Schiiten heiligen Stadt zum Sitz des Großayatollahs Ali Sistani, der höchsten schiitischen Autorität des Landes. An den Protesten nahmen auch schiitische Geistliche und Clanchefs teil. Auch in den Städten Kut und Amara südlich von Bagdad gab es Proteste.

Tiefes Bedauern von Talabani

Hakim, dessen Vater Abdel Asis Hakim Chef der stärksten Schiitenpartei im Irak ist, beklagte die grobe und unhöfliche Behandlung durch die US-Soldaten. „Sie haben mir die Hände gefesselt und die Augen verbunden.“ Die Festnahme sei auf Befehl ranghoher amerikanischer Vertreter erfolgt. Nach seiner Festnahme beim Grenzposten Mehran etwa 130 Kilometer östlich von Bagdad wurde er nach eigenen Angaben in einen amerikanischen Armeestützpunkt nach Kut gebracht und kam elf Stunden später frei. „Als religiöser Würdenträger“ habe er mehr Respekt verdient, sagte Hakim.

Präsident Dschalal Talabani sprach in einer Erklärung von einem „unanständigen und unzivilisierten“ Akt. „Talabani hat sein tiefes Bedauern und seine Überraschung über das, was einer nationalen Persönlichkeit widerfahren ist, ausgedrückt“, hieß es in einer Erklärung des Präsidialamts zu der Festnahme. Die amerikanische Armee wurde aufgefordert, die Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen.

Amerikanische Armee: ärgerliche Festnahme

Die amerikanische Armee bezeichnete die Festnahme als „ärgerlich“ und erklärte sie mit dem auffälligen Verhalten der Fahrer in dem Konvoi des Politikersohnes, der sich auf dem Rückweg aus dem Iran befand. Diese hätten bei einer Kontrolle die Zusammenarbeit verweigert und sich verdächtig verhalten, sagte ein Sprecher. Ammar el Hakim sei allerdings mit Respekt behandelt worden.

In Bagdad wurden an einer Absperrung vor dem Haus von Abdel Asis Hakim, dem Chef des Obersten Rates der islamischen Revolution im Irak (SCIRI), bei einem Selbstmordanschlag drei Zivilisten getötet und sieben weitere verletzt. In der Nähe des internationalen Flughafens töteten Bewaffnete nach Angaben der amerikanischen Armee an einer Absperrung acht Angehörige eines Polizeikommandos. Bei der Explosion einer Autobombe im Stadtzentrum wurden zudem mindestens zwei Zivilisten getötet; fünf weitere seien verletzt worden. Ziel sei offenbar eine Polizeipatrouille gewesen, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

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