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Irak Allawi lehnt Beteiligung an neuer irakischer Regierung ab

22.04.2005 ·  Die Regierungsbildung im Irak erlebt einen Rückschlag: Der scheidende Ministerpräsident Allawi und seine Irak-Liste wollen sich nicht an der neuen Regierung beteiligen. Die Kurden wollen aber nicht ohne Allawi.

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Der scheidende irakische Ministerpräsident Ijad Allawi und seine Irak-Liste werden sich nicht an der neuen Regierung beteiligen. Das teilte ein Mitarbeiter Alawis am Freitag in Bagdad mit.

Allawi hatte für seine Liste vier Ministerien sowie einen Posten des stellvertretenden Ministerpräsidenten verlangt. Nach Angaben von Raja Al-Khuzae, Mitglied der Irak-Liste, hat der designierte Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari diesen Wünschen nicht entsprochen.

Kurden wollen keine Regierung ohne Allawi

Zwischen den Siegern der Parlamentswahl vom 30. Januar - Schiiten und Kurden - ist es über die Rolle Allawis zum Streit gekommen. Während die schiitische Allianz die mit dem Kurdenbündnis verabredete Aufteilung der Ministerien nicht mehr ändern will, wollen die Kurden einer Regierung ohne Beteiligung Allawis nicht zustimmen. Bleiben alle Seiten bei ihrer Position, steht die ganze Regierungsbildung wieder in Frage.

Ein Autobombenanschlag auf eine schiitische Moschee in Bagdad hat unterdessen am Freitag mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Die Bombe sei während des Mittagsgebets vor der Al-Subeih-Moschee explodiert, sagte ein Polizeisprecher. Die Zahl der Verletzten sei noch unbekannt.

Extremisten bekennen sich zu Hubschrauber-Abschuß

Im Zusammenhang mit dem Abschuß eines zivilen Hubschraubers am Donnerstag sind offenbar alle elf Insassen ums Leben gekommen. Die bulgarische Firma Heli Air teilte mit, unter den Toten seien drei bulgarische Besatzungsmitglieder sowie sechs Passagiere aus den Vereinigten Staaten. Im Internet bekannte sich die Extremistengruppe „Islamische Armee im Irak“ zu der Tat. Die Extremisten gaben an, ein Besatzungsmitglied habe den Absturz überlebt und sei dann getötet worden.

Der in Rußland gebaute Helikopter sei von einer Panzerabwehrrakete getroffen worden als er über eine verlassene Gegend nördlich der Hauptstadt Bagdad geflogen sei, teilten das amerikanische Militär und Vertreter Bulgariens mit. Es ist den Angaben zufolge wahrscheinlich das erste Mal, daß ein ziviles Luftfahrzeug im Irak abgeschossen wurde. Aufständische im Irak verübten bereits mehrfach Anschläge auf Militär-Hubschrauber. Dabei wurden einige Helikopter abgeschossen, so im November 2003 westlich von Bagdad. Damals kamen mindestens 16 amerikanische Soldaten ums Leben, mehr als 20 wurden verletzt.

Eine Videoaufzeichnung auf der Internetseite zeigte die brennenden Überreste eines Hubschraubers. Daneben war auf einer grasbewachsenen Fläche ein liegender Mann in einem blauen Overall zu sehen, der um Hilfe rief. Außerhalb des Bildes halfen Extremisten dem Mann aufzustehen und befahlen ihm dann wegzugehen. Danach feuerten sie wiederholt Schüsse auf ihn ab und riefen „Allahu Akbar“ (Gott ist groß). Auf dem Video, dessen Echtheit zunächst nicht bestätigt werden konnte, waren auch mehrere verkohlte Leichen zu sehen.

Polizei findet nördlich von Bagdad 19 Leichen

In der Mitteilung der Extremisten hieß es, der Mann sei getötet worden, um „die vor den Augen der Welt und auf den Fernsehschirmen ohne jeden Protest kaltblütig in den Moscheen von Falludscha getöteten Muslime zu rächen“. Offenbar bezogen sich die Extremisten auf die Tötung eines schwer verletzten Irakers in einer Moschee von Falludscha im November. Vielfach war im Fernsehen gezeigt worden, wie ein amerikanischer Marineinfanterist den Mann tötete. Nach Einschätzung westlicher Menschenrechtsorganisationen könnte die Tat ein Kriegsverbrechen gewesen sein.

Im Norden der irakischen Hauptstadt Bagdad hat die Polizei unterdessen die Leichen von 19 Soldaten entdeckt. Die Iraker seien von Schüssen regelrecht durchsiebt gewesen, teilte die Polizei in der Stadt Baidschi am Freitag mit. Polizisten hätten die Toten in der Nähe von Baidschi gefunden, das rund zweihundert Kilometer nördlich der Hauptstadt liegt. Die Soldaten seien „vor drei oder vier Tagen“ verschleppt worden.

Quelle: FAZ.NET mit Berichten von dpa, Reuters, AP und AFP
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