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Interview mit Ahmadineschad Die Wut kommt immer zu spät

 ·  Es ist nicht leicht, einen Gesprächstermin bei Mahmud Ahmadineschad zu bekommen. Aber will man ihm überhaupt die Bühne eines Interviews geben?

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (15)

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Andre Wolper
Andre Wolper (awbeifz) - 20.06.2012 05:21 Uhr

Die Wut kommt immer zu spät

Fr. Hoffmann,
Sie haben exzellente Arbeit geleistet - ich wollte dies Ihnen schon seit Tagen schreiben - und nun dieses Update ueber die Hintergruende und Ihre Empfindungen dazu.

Ich war neulich zweimal im in Iran (2011), und kenne die Kultur und Denkweise der generell sehr sympathischen Iraner gut. Diese Art zu argumentieren (Ahmadinejad's) ist bekannt. Herr Kleber - welchen ich sehr achte - sah im Maerz - dabei wirklich nicht gut aus, und so wurde tatsaechlich eine Buehne fuer A daraus.

Deswegen war Ihre Vorgehensweise so fantastisch. Sicherlich, Sie profitierten von Herr Kleber's Erfahrung, aber es war beim Lesen sofort klar dass Sie sich sehr gut vorbereitet hatten - Ich dachte mir sofort: "Hatte schon vorher Antworten auf Gegenfragen geuebt!". Die gut gewaehlten Kurzantworten mit sofortiger Wiederaufnahme ihres Fadens waren sehr effektiv - besser haetten Sie es nicht machen koennen!

Mit grosser Hochachtung Ihrer Arbeit freue Ich mich auf zukuenftige Artikel Ihrerseits.

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Lüko Willms
Lüko Willms (l.willms) - 19.06.2012 19:33 Uhr

Habitus moralischer Überlegenheit machen mich rasend

Diesen arroganten Habitus moralischer Überlegenheit trägt die gesamte bürgerliche Presse des "Westens" vor sich her. Gerade die Enkel des völkermörderischen Naziregimes spielen sich als Moralapostel in der ganze Welt auf. Es ist widerlich.

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Alejandro Martín

Moralische Frage...moralische Antwort

@ Jan S. Haben Sie Beweise für Ihre Behauptung dass Ahmadinedschad einer der potentiellen Mörder gewesen sein soll? Dann sollte man auch nicht mehr mit Österreich sprechen aufgrund der illegalen österreichischen Waffenlieferungen im irakisch-iranischen Golfkrieg. Und Sie wollen nicht wissen, welche Staaten grundsätzlich sich bis heute an den Kriegen anderer bereichern. ;-) Mein Empfinden ist, dass es immer nur eine einseitige Diskussion ist. Nichts desto trotz: Das ist eine moralische Frage, aber was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Wo ist der Zusammenhang zw. der möglichen Blamage des Einen und der Vergangenheit eines anderen Menschen? Sollte man nicht trotzdem unvoreingenommen mit jedem Menschen auf einer objektiven Ebene sprechen? Ich kann das nicht mehr lesen, wir sollten diesem und jedem keine Bühne geben. Lasst Sie sprechen, denn nicht alles was Sie sagen in Bezug auf die Kritik über den Westen ist falsch. Und: Je mehr Sie sprechen, kann man sich mit den Themen beschäftigen..

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Martin Enzinger

Und Saudi-Arabien? Man darf gespannt sein auf den Begleittext,....

den eine FAZ-Mitarbeiterin verfaßt, wenn sie mit dem saudischen Regierungschef einmal ein Gespräch führt, bspw. zu Themen wie Frauenrechten, religiösen Minderheiten oder der blutigen Niederschlagung der Freiheitsbewegung in Bahrain, wozu zukünftig auch hunderte deutscher Panzer beitragen sollen; "Deutsche Waffen, deutsches Geld....."
Oder wird es in dem Tailbanparadies nie dazu kommen, daß eine "ungläubige" Journalistin die Mißstände in dem Wahabitenreich ans Tageslicht bringt?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.06.2012 19:30 Uhr
Lüko Willms
Lüko Willms (l.willms) - 19.06.2012 19:30 Uhr

Die absuluten Herrscher Saudi-Arabiens wird kein westliches Organ mit einer Frau provozieren wollen

Da sind die Ölinteressen vor.

Schließlich ist es bei Saudi-Arabien ja auch nicht schlimm, daß Frauen total entrechtet sind. In der Monarchie dürfen Frauen nicht mal Auto fahren, im Iran gründen und führen sie eigene Taxi-Unternehmen.

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Jakob Mertens

Si haben Recht

"Als deutsche Journalistin fürchte ich, man könnte mir schon deshalb Antisemitismus unterstellen, weil ich dieses Interview führe".
Mit Ihren Befürchtungen habe ich verstandnis, und bedauere, daß diese Befürchtungen Ihre journalistischen Aufgaben beeinflüssen

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.06.2012 19:28 Uhr
Lüko Willms
Lüko Willms (l.willms) - 19.06.2012 19:28 Uhr

Aber so läuft das im bundesdeutschen Medienbetrieb

man hat es ganz deutlich bei der Hetze gegen Günter Grass gesehen.

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Michael Gorges

Es ist nie zu spät

Frau Hoffmann,

ob Sie sich blamiert haben, mögen andere beurteilen. Ich frage mich nur, was uns dieses Interview an neuen Erkenntnissen gebracht hat? Die Meinungen sind doch hinlänglich bekannt. Wenn Sie sich im Vorfeld so unwohl gefühlt haben, hätten Sie den Termin auch kurzerhand abbrechen und gehen können. Ihnen wäre in Iran schon nichts passiert. Aber der Präsident wäre blamiert gewesen, denn das ist ihm noch nie passiert.

Sie wissen doch, was in Iran Gesichtsverlust bedeutet.

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Franz Höhne

Das war Mut

Meine Achtung und meinen Respekt
für das geführte Interview.

Als Deutsche, als Frau
ein Interview mit Ahmadinedschad zu führen
dazu gehört Mut.
Sie haben es getan,
viele andere haben nur geredet
und es eben nicht getan.

Wegen dem Holocaust:
Es ist nicht gut die Wahrheit zu verleugnen.
Auch nicht, wenn man der Präsident des Irans ist.
Sicherlich wird der Präsident
die Bilder von toten Menschenleibern kennen.
Das sind keine Collagen
oder Fotomontagen,
die mal eben mit Photoshop erstellt wurden.
Warum sollte ich also
so etwas leugnen?
Warum sollte ich über das Töten
von Menschen hinwegschauen?
Moral.
Denn ob Iraner,
Jude,
Amerikaner
oder
Deutscher.
Alle sind es Menschen
und gehören zur selben Art.
Man sollte nicht den Tod
eines anderen Individuums
der selben Art
leugnen.
Vor allem nicht den massenhaften,
industriemäßigen Mord.
Warum sollte der
Imam Mehdi
zu Menschen kommen,
die die Wahrheit verleugnen?

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Günter Busse

Es war trotzdem gut,

das Sie dieses Interview gemacht haben (und das die FAZ es veröffentlicht hat), auch wenn es nicht zu 100% nach Ihren Vorstellungen gelaufen ist.
Nicht nur für die Leser im Westen, auch für die iranischen Fernsehzuschauer.
Bitte mehr solcher Interviews, auch mit anderen iranischen Politikern.

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Closed via SSO
Wolfgang Hebold (hebold) - 17.06.2012 12:27 Uhr

Blamieren oder nicht blamieren

Das ist Ihre Frage.

Die große Oriana Fallci hat sich währende des Interviews mit Chomeini den Schador vom Kopf gerissen. Damit war klar: Sie konnte sich nicht blamieren. Blamiert war der iranische Revolutionsführer. Das macht den Unterschied.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.06.2012 20:39 Uhr
Jan Schneidereit

Exzellent!

Ich sehe auch nicht, inwiefern sich eine Journalistin gegenüber einem US-Botschaft-Besetzer und mutmaßlichen Oppositionellen-Mörder (Wiener Kurden-Morde) blamieren sollte.

Natürlich war allein das Einkleide-Ritual auf Demütigung und Einschüchterung angelegt: "Wir Männer kontrollieren sogar das, was du als Frau am Leibe trägst!" Und die westliche Journalistin fügte sich leider auch dieser Ordnung. Wer so angefasst wird so die Hoffnung - wagt nicht, kritisch zu fragen. Leider ging das Kalkül zumindest in Teilen auf.

Muss man Ahmadinejad eine Bühne geben? Nein, muss man nicht. Er hat nichts vorzubringen außer den hunderte Male gelesenen Litaneien.

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axel greve
axel greve (AGreve) - 17.06.2012 11:47 Uhr

Über die Frage, die der Artikel zu beantworten sucht, eine durch die gleichen Prinzipien entstellte

(Noch 1000 Zeichen frei)

Sie stellen zu Beginn des Artikels zu Recht die Frage, ob man Ahmadineschad die Bühne eines Interviews geben sollte. Diese Frage beantworten Sie indirekt, indem Sie ihre Ratlosigkeit offenbaren. Das ist mutig, meinen Respekt dafür.

Jedes Interview besteht daraus, den Gesprächspartner zu Wort kommen zu lassen. Die Pflicht eines Journalisten, außer es ist eine Art gestelltes Interview, kann es nicht sein, dem Interviewten durch Fragen eine unabsichtliche Stellungsnahme zu entlocken. Natürlich kann dies nützlich sein, aber es sollte nicht die Idee des Interviews sein, den Interviewten zu manipulieren.

Wenn Sie fürchten, Ahmadineschad eine Bühne zu geben, so denken Sie vermutlich eher daran, dass dieser Mann gar nicht auf die Fragen antwortet, die Sie stellen, zudem, dass Ihre Fragen vorher bereits gewissermaßen zensiert werden. Insofern ist es nicht gut, ihm ein Interview zu geben, weil die Idee des Interviews nicht mehr verfolgt werden kann. Noch 18 Zeichen f

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Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 17.06.2012 11:23 Uhr

Wut ist ein schlechter Ratgeber

Vileicht hätte eine kurze Anmerkung, dass sich die geschichtlichen Realitätswarnehmungen in vielen Punkten unterscheiden. Und anschliessend hätte man sich Konzentrieren können auf das was man will um die kurze Zeit sinnvoll zu nutzen.
.
Respekt dafür, dass sie sich das Interview zugetraut hat und auch meine Anmerkung möchte ich nicht als Besserwisserei verstehen, denn ich währe nicht in der Lage gewesen ein solches Interview durzuführen ohne mich zu Blamieren.

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Jan Schneidereit

Bei Interviews mit Obama oder Merkel ist es Lesern möglich, sie zeitlich einzuordnen.

Konkrete Politik spielt eine Rolle, konkrete Handlungen. - Bei Ahmadinejad kaum. Er ergeht sich seit Jahren in historisierenden Vergleichen und angeblichen Verschwörungen. Man kann kaum erkennen, ob ein Interview 2012 oder 2009 oder 2006 geführt wurde. Politik spielt für ihn kaum eine Rolle, Ideologie eine viel größere.

Frau Hoffmann, Sie wussten das - und waren dennoch nicht optimal vorbereitet.

Beispiel: Sie nennen die Anreicherung auf 20 Prozent als Problem, sagen, es würde mehr angereichert, als der Iran für medizinische Zwecke braucht. Ahmadinejad weicht aus, spricht von 800.000 Krebskranken und davon, dass das Ausland nicht helfe: Warum fassen Sie da nicht nach? Warum nicht eine Nachfrage, warum deutlich über Bedarf angereichert wird? Warum da nicht der Hinweis, dass Russland und Frankreich entsprechende Liefer-Angebote unterbreitet hatte - die der Iran ablehnte!

Man hätte Ahmadinejad sicher stellen können, wenn man seine Ausflüchte nicht einfach stehengelassen hätte!

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