http://www.faz.net/-gpf-75311
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.12.2012, 09:29 Uhr

Internationale Konferenz zur Atomsicherheit Minister und Experten beraten über Lehren aus Fukushima

Seit Samstag findet in Japan die internationale Konferenz zur Atomsicherheit statt. Durch den Erfahrungs- und Wissensaustausch sollen Unglücke wie in Fukushima vermieden werden. In Tokio fanden derweil Demonstrationen gegen die Atomenergie statt.

© dpa Kurz vor den Wahlen wird in Tokio gegen Atomenergie protestiert.

In Japan haben sich Minister und Experten aus aller Welt nahe des Atomkraftwerks von Fukushima versammelt, um über Lehren aus der Katastrophe zu beraten. „Das Ziel ist es, die Sicherheit der Atomanlagen zu verstärken, indem wir unsere Erfahrungen und unser Wissen teilen“, sagte Japans Außenminister Koichiro Gemba am Samstag in seiner Rede zur Eröffnung der internationalen Konferenz zur Atomsicherheit. Gemba betonte die Notwendigkeit, aus dem Unglück vom 11. März 2011 zu lernen und die internationale Kooperation zu verstärken.

„Ein Jahr und neun Monate sind seit dem Unglück vergangen. Es gibt noch viele Menschen, die darunter leiden, dass sie fliehen mussten, die in Angst leben“, sagte der Minister. Er betonte, er sei in der Region geboren, habe dort seinen Wahlkreis und verstehe daher das Leiden der Bewohner. Eine Katastrophe wie in Fukushima dürfe sich nirgends wiederholen, sagte Gemba.

Demonstrationen vor der Unterhauswahl

Sollte sich dennoch einmal wieder ein derartiges Unglück ereignen, müsse es möglich sein, mit internationaler Hilfe rasch zu reagieren. Der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, sagte, die Bewältigung des Unglücks von Fukushima sei weiter die Priorität seiner Organisation.

Am 11. März 2011 waren in dem an der japanischen Ostküste gelegenen Atomkraftwerk Fukushima infolge eines heftigen Erdbebens und eines riesigen Tsunamis die Kühlsysteme ausgefallen. In mehreren Reaktoren kam es daraufhin zu einer Kernschmelze. Große Mengen Radioaktivität wurden freigesetzt. 160.000 Anwohner mussten aus dem Umland in Sicherheit gebracht werden. In Folge der Katastrophe beschloss die japanische Regierung einen schrittweisen Atomausstieg bis 2040.

In Japan wird am Sonntag das Unterhaus des nationalen Parlaments gewählt. Auch hier könnte es neben der wirtschaftlichen Unsicherheit in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um die Atompolitik gehen. In Tokio demonstrierten daher am Samstag zahlreiche Japaner gegen Atomenergie. 

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Viele Tote Zweites schweres Beben erschüttert Japan

Die Erde auf der japanischen Kyushu-Insel kommt nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Samstag forderte ein zweites schweres Beben mindestens 22 Menschenleben. Mehr Von Patrick Welter, Tokio

16.04.2016, 09:14 Uhr | Politik
Viele Tote und Verletzte Erneut schweres Erdbeben im Süden Japans

Japan ist in der Nacht von Freitag auf Samstag erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Laut Medienberichten starben mehrere Personen. Fast 800 Verletzte wurden in Krankenhäusern behandelt. Das Beben hatte der japanischen meteorologischen Agentur zufolge eine Stärke von 7,3. Mehr

16.04.2016, 10:32 Uhr | Gesellschaft
Naturkatastrophe Tote und tausend Verletzte durch Erdbeben in Japan

Ein Erdbeben im Süden Japans hat mindestens neun Menschen das Leben gekostet, mindestens 1000 wurden verletzt. Die Behörden warnen vor weiteren schweren Erdstößen. Mehr Von Patrick Welter, Tokio

15.04.2016, 17:00 Uhr | Gesellschaft
Video Kirschblüte lockt Japaner ins Freie

In Japans Hauptstadt Tokio lockt die Kirschblüte tausende Menschen in Parks. Das Hanami-Fest gilt als Startschuss für den Frühling. Mehr

06.04.2016, 19:00 Uhr | Gesellschaft
Südjapan Erdbebenserie fordert mindestens 37 Menschenleben

Die Erde auf der japanischen Kyushu-Insel kommt nicht zur Ruhe. Bis zum Samstagabend wurden mindestens 37 Menschen als tot gemeldet. Viele Menschen sind nach Regierungsangaben noch in ihren Häusern verschüttet. Mehr Von Patrick Welter, Tokio

16.04.2016, 14:47 Uhr | Gesellschaft

Wiener Hausaufgaben

Von Reinhard Müller

Österreich hat durch sein Verhalten die Schließung der Balkan-Route herbeigeführt. Ist die Wiener Asylpraxis europarechtswidrig, ein Verstoß gegen Völkerrecht? Mehr 271