Home
http://www.faz.net/-gq5-75311
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Internationale Konferenz zur Atomsicherheit Minister und Experten beraten über Lehren aus Fukushima

Seit Samstag findet in Japan die internationale Konferenz zur Atomsicherheit statt. Durch den Erfahrungs- und Wissensaustausch sollen Unglücke wie in Fukushima vermieden werden. In Tokio fanden derweil Demonstrationen gegen die Atomenergie statt.

© dpa Vergrößern Kurz vor den Wahlen wird in Tokio gegen Atomenergie protestiert.

In Japan haben sich Minister und Experten aus aller Welt nahe des Atomkraftwerks von Fukushima versammelt, um über Lehren aus der Katastrophe zu beraten. „Das Ziel ist es, die Sicherheit der Atomanlagen zu verstärken, indem wir unsere Erfahrungen und unser Wissen teilen“, sagte Japans Außenminister Koichiro Gemba am Samstag in seiner Rede zur Eröffnung der internationalen Konferenz zur Atomsicherheit. Gemba betonte die Notwendigkeit, aus dem Unglück vom 11. März 2011 zu lernen und die internationale Kooperation zu verstärken.

„Ein Jahr und neun Monate sind seit dem Unglück vergangen. Es gibt noch viele Menschen, die darunter leiden, dass sie fliehen mussten, die in Angst leben“, sagte der Minister. Er betonte, er sei in der Region geboren, habe dort seinen Wahlkreis und verstehe daher das Leiden der Bewohner. Eine Katastrophe wie in Fukushima dürfe sich nirgends wiederholen, sagte Gemba.

Demonstrationen vor der Unterhauswahl

Sollte sich dennoch einmal wieder ein derartiges Unglück ereignen, müsse es möglich sein, mit internationaler Hilfe rasch zu reagieren. Der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, sagte, die Bewältigung des Unglücks von Fukushima sei weiter die Priorität seiner Organisation.

Am 11. März 2011 waren in dem an der japanischen Ostküste gelegenen Atomkraftwerk Fukushima infolge eines heftigen Erdbebens und eines riesigen Tsunamis die Kühlsysteme ausgefallen. In mehreren Reaktoren kam es daraufhin zu einer Kernschmelze. Große Mengen Radioaktivität wurden freigesetzt. 160.000 Anwohner mussten aus dem Umland in Sicherheit gebracht werden. In Folge der Katastrophe beschloss die japanische Regierung einen schrittweisen Atomausstieg bis 2040.

In Japan wird am Sonntag das Unterhaus des nationalen Parlaments gewählt. Auch hier könnte es neben der wirtschaftlichen Unsicherheit in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um die Atompolitik gehen. In Tokio demonstrierten daher am Samstag zahlreiche Japaner gegen Atomenergie. 

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Ultimatum Jordanien und Japan stimmen Gefangenenaustausch zu

Der IS hatte ein Ultimatum gestellt: Nun soll die in Jordanien inhaftierte Islamistin Sadschida al-Rischawi im Austausch gegen eine japanische Geisel und einen jordanischen Piloten, der ebenfalls in den Händen der Terrormiliz ist, freigelassen werden. Mehr

28.01.2015, 13:03 Uhr | Politik
Japan Die Technik der Zukunft

Die Designer Messe in der japanischen Hauptstadt Tokio zeigt, was heute technisch möglich ist und wie wir vielleicht in 50 Jahren leben könnten. Mehr

28.10.2014, 11:30 Uhr | Wirtschaft
Weitere Nachrichten Nahles möchte Hürde für Erhalt von Arbeitslosengeld I senken

Das Exportwachstum in Japan signalisiert eine Konjunkturerholung, das Justizministerium kritisiert Facebooks neue Datenschutzregeln und die Box-Aktie schießt bei ihrem Börsendebüt in die Höhe. Mehr

26.01.2015, 06:52 Uhr | Wirtschaft
Physik-Nobelpreis für LED-Erfindung

Der Physik-Nobelpreis geht an die japanischen Wissenschaftler Isamu Akasaki und Hiroshi Amano sowie den Amerikaner Shuji Nakamura für die Entwicklung von LED-Leuchtdioden. Mehr

07.10.2014, 13:55 Uhr | Wissen
Internetvideo IS droht mit Ermordung japanischer Geiseln

Bei seinem Besuch in Jerusalem verlangt der japanische Ministerpräsident Abe die sofortige Freilassung der beiden in Syrien entführten Landsleute. Zuvor hatte die Terrormiliz IS in einem Internetvideo mit der Ermordung der Geiseln gedroht. Mehr

20.01.2015, 10:58 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.12.2012, 09:29 Uhr

Woher kommen wir?

Von Reinhard Müller

Der Bundesgerichtshof hat das Recht der Kinder, zu wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind, gestärkt. Eine wichtige Entscheidung. Denn auf dem Spiel steht noch viel mehr: Familie und Kultur. Mehr 14 23