Home
http://www.faz.net/-gq5-76c7u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Inselstreit mit China Abe kritisiert Pekings „Provokationen“

Im Konflikt um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer fordert Japans Ministerpräsident Shinzo Abe die Führung in Peking dazu auf, eine „unnötige Eskalation“ zu vermeiden. Chinesische Militärschiffe hatten die japanische Küstenwache „ins Zielradar“ genommen.

© AP Vergrößern Japans Ministerpräsident Shinzo Abe spricht zu Mitgliedern der japanischen Küstenwache in Okinawa (am 2. Februar)

Im Der Konflikt zwischen Japan und China um eine Gruppe unbewohnter Felseninseln im Ostchinesischen Meer hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht. Die Regierung in Tokio kritisierte am Mittwoch in ungewöhnlich scharfer Form den Einsatz eines Feuerleitradars gegen ein japanisches Küstenwachschiff durch ein chinesisches Kriegsschiff.

Carsten Germis Folgen:  

„Das war ein einseitiges, provokatives Vorgehen, und es ist äußerst bedauerlich“, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe. Japanische Medien hatten in den Morgenzeitungen umfangreich über eine Mitteilung des japanischen Verteidigungsministeriums vom Vortag berichtet, wonach ein chinesisches Kriegsschiff bereits am 31. Januar nahe der umstrittenen Inselgruppe das japanische Schiff ins Visier genommen hat.

Der Einsatz des Feuerleitradars durch die Chinesen sei gefährlich und hätte zu einem Zwischenfall führen können, sagte Abe weiter. „Ich fordere von China energisch Zurückhaltung, damit die Lage nicht unnötig eskaliert“, erklärte er. Beide Länder sollten trotz des Konflikts um die Inseln zum Prinzip einer „strategischen Beziehung von gegenseitigem Nutzen“ zurückkehren. Wie es Tokio weiter hieß, bemühten sich die Japaner darum, auch die verbündeten Amerikaner aktiver in den Streit um die Inseln einschalten.

© reuters, Reuters Vergrößern Inselstreit: China nimmt japanisches Schiff ins Visier

Sowohl Japan als auch China erheben Anspruch auf die umstrittene Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird. Faktisch stehen die Inseln unter japanischer Verwaltung. Deswegen gibt es nach Lesart der japanischen Regierung auch keinen Territorialkonflikt, denn die Inseln seien fester Bestandteil japanischen Territoriums.

Die Gegend gilt als fischreich, außerdem werden im Meeresboden Rohstoffe vermutet. Im September 2012 hatte Japans Kauf einiger der Inseln von ihren privaten japanischen Eigentümern massive Proteste in China ausgelöst. Die chinesische Küstenwache zeigt seitdem zudem eine massive Präsenz in den Gewässern um die Inseln, die auch von Taiwan beansprucht werden.

Mehr zum Thema

Quelle: KOR

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach der Parlamentswahl Abe will Japans Verfassung ändern

Nach seinem Wahlsieg kündigt Japans Ministerpräsident Shinzo Abe an, das Pazifismusgebot aus der Verfassung zu streichen. Damit werden Befürchtungen bestärkt, dass er das Land auf einen nationalistischen Kurs bringen will. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

15.12.2014, 17:14 Uhr | Politik
Versöhnliche Töne Japan und China nähern sich nach Jahren des Streits an

Es ist ein seltenes Bild: Der chinesische Präsident Xi Jinping und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe beim gegenseitigen Händeschütteln und anschließendem Gespräch. Nach Jahren des Streits um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer schlagen beide versöhnlichere Töne an. Mehr

11.11.2014, 12:24 Uhr | Politik
Weitere Maßnahmen Japan senkt die Unternehmenssteuern

Die bei der Parlamentswahl am Sonntag mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Amt bestätigte japanische Regierung prüft jetzt, die Unternehmenssteuern bereits im kommenden Jahr um rund 2,5 Prozent zu senken. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

16.12.2014, 07:15 Uhr | Wirtschaft
Japan Abe sichert sich Zweidrittelmehrheit

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich bei der Parlamentswahl am Sonntag mit seiner Regierungskoalition die Zweidrittelmehrheit im Abgeordnetenhaus gesichert. Getrübt wird der Erfolg aber durch eine historisch niedrige Wahlbeteiligung. Mehr

15.12.2014, 07:49 Uhr | Politik
Konjunktur Weniger Aufträge für Japans Maschinenbau

Die Zahl der Aufträge im japanischen Maschinenbau ist im Oktober zum ersten Mal seit 5 Monaten deutlich gesunken. Für die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe sind das im Wahlkampf schlechte Nachrichten. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

11.12.2014, 06:54 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 06.02.2013, 12:52 Uhr

Kampf für den Westen

Von Berthold Kohler

Berlin betritt mit dem Beschluss, militärische Ausbilder in den Nordirak zu schicken, unsicheres Terrain. Doch man muss den Kurden im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ helfen, so gut es nur geht. Mehr 1 4