Home
http://www.faz.net/-gpf-76c7u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 06.02.2013, 12:52 Uhr

Inselstreit mit China Abe kritisiert Pekings „Provokationen“

Im Konflikt um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer fordert Japans Ministerpräsident Shinzo Abe die Führung in Peking dazu auf, eine „unnötige Eskalation“ zu vermeiden. Chinesische Militärschiffe hatten die japanische Küstenwache „ins Zielradar“ genommen.

© AP Japans Ministerpräsident Shinzo Abe spricht zu Mitgliedern der japanischen Küstenwache in Okinawa (am 2. Februar)

Im Der Konflikt zwischen Japan und China um eine Gruppe unbewohnter Felseninseln im Ostchinesischen Meer hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht. Die Regierung in Tokio kritisierte am Mittwoch in ungewöhnlich scharfer Form den Einsatz eines Feuerleitradars gegen ein japanisches Küstenwachschiff durch ein chinesisches Kriegsschiff.

Carsten Germis Folgen:

„Das war ein einseitiges, provokatives Vorgehen, und es ist äußerst bedauerlich“, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe. Japanische Medien hatten in den Morgenzeitungen umfangreich über eine Mitteilung des japanischen Verteidigungsministeriums vom Vortag berichtet, wonach ein chinesisches Kriegsschiff bereits am 31. Januar nahe der umstrittenen Inselgruppe das japanische Schiff ins Visier genommen hat.

Der Einsatz des Feuerleitradars durch die Chinesen sei gefährlich und hätte zu einem Zwischenfall führen können, sagte Abe weiter. „Ich fordere von China energisch Zurückhaltung, damit die Lage nicht unnötig eskaliert“, erklärte er. Beide Länder sollten trotz des Konflikts um die Inseln zum Prinzip einer „strategischen Beziehung von gegenseitigem Nutzen“ zurückkehren. Wie es Tokio weiter hieß, bemühten sich die Japaner darum, auch die verbündeten Amerikaner aktiver in den Streit um die Inseln einschalten.

© reuters, Reuters Inselstreit: China nimmt japanisches Schiff ins Visier

Sowohl Japan als auch China erheben Anspruch auf die umstrittene Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird. Faktisch stehen die Inseln unter japanischer Verwaltung. Deswegen gibt es nach Lesart der japanischen Regierung auch keinen Territorialkonflikt, denn die Inseln seien fester Bestandteil japanischen Territoriums.

Die Gegend gilt als fischreich, außerdem werden im Meeresboden Rohstoffe vermutet. Im September 2012 hatte Japans Kauf einiger der Inseln von ihren privaten japanischen Eigentümern massive Proteste in China ausgelöst. Die chinesische Küstenwache zeigt seitdem zudem eine massive Präsenz in den Gewässern um die Inseln, die auch von Taiwan beansprucht werden.

Mehr zum Thema

Quelle: KOR

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Akira Amari Japans Wirtschaftsminister tritt zurück

Akira Amari, der japanische Wirtschaftsminister, tritt nach Vorwürfen der unerlaubten Vorteilsnahme zurück. Für die Regierung von Shinzo Abe ist das ein schwerer Schlag. Nachfolger wird Nobuteru Ishihara. Mehr Von Patrick Welter, Tokio

28.01.2016, 10:42 Uhr | Wirtschaft
Schlauchboot vor Lesbos Griechische Küstenwache rettet Flüchtlinge

Eindrücke einer Rettung: Die griechische Küstenwache hat Flüchtlinge in einem Schlauchboot vor der griechischen Insel Lesbos in Sicherheit gebracht. Mehr

09.02.2016, 17:44 Uhr | Politik
Themen des Tages Chinesisches Neujahr

Aufgrund des chinesischen Neujahrsfests bleiben die Börsen in China, Südkorea und Hongkong geschlossen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlicht die Zahlen zur Produktion im Produzierenden Gewerbe. Mehr

08.02.2016, 06:26 Uhr | Wirtschaft
Tradition Wikinger-Spektakel auf den Shetland-Inseln

Die Menschen auf den Shetland-Inseln weit vor der Küste Schottlands sind stolz auf ihre nordische Vergangenheit. Das Fest Up Helly Aa zelebriert jedes Jahr das Erbe der Wikinger, die die Inselgruppe vor Jahrhunderten eroberten. In der Stadt Lerwick zogen auch dieses Jahr Menschen in Kostümen und mit Fackeln durch die Straßen, um schließlich dem Brauch gemäß ein nachgebautes Wikinger-Schiff den Flammen zu opfern. Mehr

28.01.2016, 09:53 Uhr | Gesellschaft
Fallender Devisenkurs China verschärft wohl Kapitalkontrollen

Weil die Wirtschaft schwächelt und der Wert der Währung sinkt, fließt Geld in großer Menge aus China hinaus. Jetzt will die Regierung angeblich die Mauern höher ziehen – und es unter anderem ausländischen Konzernen erschweren, Gewinne in die Heimat abzuführen. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

28.01.2016, 07:27 Uhr | Finanzen

In der Heimat

Von Reinhard Müller

Die Basis der Union bricht auch in der Flüchtlingskrise keineswegs weg. Denn: Wer will eigentlich von denen regiert werden, die der Kanzlerin die Flucht nach Südamerika nahelegen? Mehr 4