Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Indonesien-Reise mit einem Besuch im Tsunami-Frühwarnzentrum in Jakarta beendet. Das Projekt, das Indonesien mit deutscher Hilfe aufgebaut hat, sei ein Paradebeispiel der Kooperation, sagte Frau Merkel vor ihrer Rückreise. Die Aussage passte zum harmonischen Ablauf des Kurzbesuchs in dem viertgrößten Land der Erde. Zu dessen Ende schickte die Kanzlerin dann auch noch eine Botschaft nach Hause. Die Europäische Union solle sich sputen, mit einem Freihandelsabkommen mit den südostasiatischen Ländern voranzukommen. Sonst drohe die europäische Wirtschaft Einfluss an die asiatischen Wettbewerber zu verlieren.
China profitiert schon seit längerem von einem Freihandelsabkommen mit dem Verband südostasiatischer Nationen (Asean), zu dem zehn Länder gehören. Dagegen liegen die Verhandlungen der EU mit dem Staatenverband über ein ähnliches Abkommen, die 2007 aufgenommen wurden, seit 2009 auf Eis. Derzeit gibt es lediglich Gespräche über bilaterale Verträge mit Singapur und Malaysia. Im Mai entschied sich die EU außerdem, mit Vietnam zu verhandeln. Vor allem die vom Export abhängigen Deutschen wünschen Fortschritte. Ihre Bemerkung machte die Kanzlerin deshalb womöglich auch in Hinblick auf die derzeit laufenden Treffen der Asean-Außenminister in Kambodscha.
Enge Beziehungen zwischen Amerika und Vietnam
In Phnom Penh findet in dieser Woche eine Reihe von Verhandlungen statt, an denen Vertreter der EU, der Vereinigten Staaten und Chinas teilnehmen. Zu dem Asean-Regionalforum werden etwa die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sowie die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton und ihr chinesischer Amtskollege Yang Jiechi erwartet.
Vor allem Amerika und Vietnam haben in den vergangenen Jahren enge Beziehungen aufgebaut, auch militärisch. Der ehemalige Kriegsgegner spielt eine zentrale Rolle in der amerikanischen Asien-Strategie. Vietnam hat sich wegen des zunehmend robusten chinesischen Auftretens und den sehr weitgehenden chinesischen Ansprüchen im Südchinesischen Meer Amerika zugewendet. Vietnam streitet sich ebenso wie die Philippinen und andere Nachbarn mit China über Territorial- und Seerechte in dem wichtigen Meeresgebiet. Umstritten sind insbesondere die Spratly- und Paracel-Inseln sowie das Scarborough-Riff.
Die potentiell gefährliche Konfrontation im Südchinesischen Meer ist nun auch ein wichtiges Thema bei den Asean-Treffen in Kambodscha. Seit zehn Jahren arbeitet der Verbund an einem Kodex, der das Verhalten bezüglich der Territorialkonflikte im Südchinesischen Meer regeln soll. Bei ihrem Besuch in Vietnam hatte Frau Clinton Asean zu schnellen Fortschritten gedrängt.
Schon am Montag hatten sich die Asean-Außenminister intern auf „Schlüsselelemente“ für den Kodex geeinigt, die nun den Chinesen zur Verhandlung vorgelegt werden sollen. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums teilte jedoch mit, dass die Treffen in Phnom Penh nicht das richtige Forum für Diskussionen über das Südchinesische Meer seien. Peking möchte die Territorialfragen nicht mit Asean als Block, sondern mit den jeweiligen Ländern bilateral klären.
Merkels Prioritäten
Michael Peters (mactexter007)
- 14.07.2012, 07:31 Uhr
Ich habe öfters das Gefühl
Martin Schmitt (Ameisenschreck)
- 12.07.2012, 01:14 Uhr
Suedostasien ist ein imment wichtiger Markt und wir koennen nicht
aussen vor bleiben.
Hans henseler (hajohenseler)
- 11.07.2012, 19:09 Uhr
Wer von Frau Merkel Rat annimmt
Jürgen Wenz (satyrffm)
- 11.07.2012, 18:36 Uhr
New World Order
David Raudonat (e30rocks)
- 11.07.2012, 18:13 Uhr
