15.08.2005 · 29 Jahre Bürgerkrieg sind beendet: Indonesiens Regierung und Rebellen aus der Provinz Aceh haben am Montag ein Friedensabkommen unterzeichnet. Die Europäische Union soll die Einhaltung des Abkommens überwachen.
Vertreter der indonesischen Regierung und Rebellen aus der Krisenprovinz Aceh haben am Montag im finnischen Helsinki ein Friedensabkommen unterzeichnet. Damit soll nach 29 Jahren der Bürgerkrieg über den Status der an Öl und Gas reichen Provinz beendet werden. Bei den Kämpfen sind seit 1976 mehr als 12.000 Menschen ums Leben gekommen.
Für Indonesiens Regierung unterzeichnete Justizminister Hamid Awaludin die Vereinbarung, für GAM deren im schwedischen Exil lebender Chef Malik Mahmud. Die Verwirklichung von zwei 2001 und 2002 geschlossenen Friedensvereinbarungen zwischen beiden Seiten war jeweils gescheitert.
EU und ASEAN sollen überwachen
Die Europäischen Union (EU) und die Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) sollen die Einhaltung des Abkommens überwachen. Die indonesische Regierung hatte zuvor der Rebellenbewegung Freies Aceh (GAM) zugestanden, eine eigene politische Partei zu gründen. Zudem wurde der Abzug von indonesischem Militär und die Entwaffnung der Rebellen vereinbart.
Die GAM gab bei den fünf Verhandlungsrunden unter Leitung des ehemaligen finnischen Präsidenten Martti Athisaari ihre Forderung nach völliger staatlicher Unabhängigkeit zugunsten einer Teilautonomie auf.
Für verurteilte Mitglieder der GAM einigten sich beide Seiten auf eine Amnestie. Die Verhandlungen, die jetzt zu dem Friedensabkommen führten, waren nach dem verheerenden Tsunami vom Dezember in Gang gekommen. Allein in Aceh waren durch die Flutwelle 170.000 Menschen getötet worden oder werden noch vermißt.