Die Annahme, dass mindestens einer der beiden Anschläge auf zwei Luxushotels in Jakarta von einem Gast ausgeführt wurde, erhärtet sich. Ein indonesischer Fernsehkanal strahlte am Dienstag ein neues Video aus, auf dem der Sicherheitsdienst des Marriott offenbar denselben Mann beim Einchecken zeigt, der in einem späteren Hotel-Video kurz vor der Explosion den tödlichen Koffer ins Restaurant zieht.
Die Polizei warnte dennoch vor voreiligen Schlüssen und wollte Medien-Informationen nicht bestätigen, denen zufolge der Selbstmordattentäter den Namen Nurhasbi oder Nur Sahid trägt. Indonesische Journalisten hatten berichtet, dass der Mann die berüchtigte Koranschule Ngruki nahe Solo besucht hat, aus der mehrere Terroristen der „Jemaah Islamiyah“ stammen.
Die Schule, die von dem bekannten Geistlichen Abu Bakar Baschir gegründet wurde, dementierte, dass der Mann jemals dort unterrichtet wurde. Auch Informationen, nach denen zwei der neun Todesopfer die Selbstmordattentäter sind, wurden von der Polizei am Dienstag noch nicht bestätigt. Die Forensiker hätten ihre Arbeit nicht abgeschlossen, hieß es in Jakarta. Bislang wurden drei Australier, ein Neuseeländer und ein Indonesier identifiziert.
Nach jüngsten Angaben der Polizei sind auch die zwei in Indonesien vermissten Niederländer unter den Opfern der Selbstmordanschläge. Das Außenministerium in Den Haag bestätigte die Angaben zunächst nicht. Die Ermittlungen liefen noch.
