Miteinander zu reden ist immer besser als nur übereinander. Diese Regel gilt auch für Staaten - und ganz besonders für zwei verfeindete Nachbarn (und Nuklearmächte) wie Indien und Pakistan. Nicht einen Tag zu früh kommt daher die Entscheidung, mit einem Außenministertreffen in Islamabad den Dialog wiederaufzunehmen, den Indien nach dem blutigen, mehr als hundert Menschenleben fordernden Überfall pakistanischer Terroristen auf die Stadt Mumbai im Herbst 2008 aus verständlichem Grund abgebrochen hat.
Pakistan, das nach wie vor bestreitet, damit etwas zu tun zu haben, muss endlich aufhören, sich radikalislamischer Terrorgruppen, die der Geheimdienst ISI an seinem Busen genährt hat, zu bedienen, um - wie etwa im Kaschmir-Konflikt mit Indien oder auch in Afghanistan - fragwürdige außenpolitische Ziele zu verfolgen. Die indische Regierung ist hoffentlich realistisch genug, um einzusehen, dass dies bestenfalls das Ergebnis langer, vertrauenbildender Gespräche sein kann - und nicht eine Vorbedingung für die Wiederaufnahme des 2004 begonnenen Dialogs.
