Home
http://www.faz.net/-gpf-75bp5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Indien Singh fordert mehr Sicherheit für Frauen

Nach Protesten wegen der Massenvergewaltigung einer 23 Jahre alten Frau hat Indiens Ministerpräsident Singh mehr Schutz und Sicherheit für Frauen angekündigt. Die Innenstadt Delhis wurde am Montag von der Polizei abgeriegelt.

© dpa Demonstrationen in Neu-Delhi nach der Massenvergewaltigung einer 23 Jahre alten Frau

Nach gewalttätigen Demonstrationen wegen der Massenvergewaltigung einer 23 Jahre alten Frau in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi hat der Premierminister Manmohan Singh die Menschen zu Ruhe aufgerufen. „Es gibt aufrichtige und gerechtfertigte Wut und Angst wegen des grauenhaften Verbrechens“, sagte Singh in einer Fernsehansprache. Zugleich forderte er, der Ärger dürfe nicht in Gewalt umschlagen. „Ich appelliere an alle besorgten Bürger, Ruhe und Frieden zu bewahren.“ Er versicherte, es werde alles Erdenkliche getan, um Schutz und Sicherheit für Frauen im Land zu gewährleisten.

Tausende Menschen, darunter zahlreiche junge Frauen, waren nach der Vergewaltigung der jungen Frau durch sechs Männer tagelang für mehr Sicherheit auf die Straßen gegangen. Sie forderten mehr Polizeipräsenz und schnellere Gerichtsverfahren bei Sexualstraftaten. Viele verlangten auch die Kastration oder die Todesstrafe für Vergewaltiger. Demonstrationen hatte es nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in anderen Städten des Landes gegeben.

© reuters, Reuters Ausschreitungen in Indien bei Protesten nach Vergewaltigung

Angesichts der massiven Proteste hat die Polizei in der Hauptstadt Neu-Delhi am Montag weiträumig Straßensperren errichtet. Tausende bewaffnete Sicherheitskräfte bezogen an wichtigen Verkehrspunkten Stellung, um die Demonstranten an einem Marsch zum Präsidentenpalast zu hindern.

Die Zeitung „Times of India“ berichtete, Neu-Delhi sei in eine Festung verwandelt worden. Das Treffen von Singh mit Russlands Präsident Wladimir Putin im Rahmen des indische-russischen Gipfels wurde wegen der Proteste vom repräsentativen Hyderabad-Haus in die offizielle Residenz des Premierministers verlegt.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Umstrittenes Todesurteil Drahtzieher der Anschläge in Bombay 1993 hingerichtet

Der wegen der schwersten Anschlagsserie in der indischen Geschichte verurteilte Yakub Memon ist gehängt worden. Bis zuletzt hatte es Proteste gegen das Todesurteil gegeben. Mehr

30.07.2015, 08:37 Uhr | Politik
Indien Frauen werden zu Karate-Cops

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi lässt sich ein Team von Polizistinnen in Karate ausbilden. Durch den Kampfsport sollen sie Sicherheit gewinnen und diese auch an andere Frauen weitergeben. Mehr

22.02.2015, 10:29 Uhr | Gesellschaft
Ukraine Der Rechte Sektor gegen die Regierung

Die Nationalisten vom Rechten Sektor haben ihren Frieden mit der neuen Regierung in der Ukraine noch nicht gemacht. Auf einen gewaltsamen Umsturz wollen sie jedoch verzichten - vorerst. Mehr Von Ann-Dorit Boy

23.07.2015, 08:44 Uhr | Politik
Neu Delhi Polizistinnen sollen mit Karate für Sicherheit sorgen

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi lassen sich Polizistinnen in Karate ausbilden. Durch den Kampfsport sollen sie Sicherheit gewinnen und diese auch an andere Frauen weitergeben. Mehr

17.02.2015, 16:28 Uhr | Gesellschaft
Rindfleischschmuggel in Indien Den Kuhmördern auf der Spur

In Indien gelten weibliche Rindviecher als Göttinnen und somit unantastbar. Trotzdem wurden sie millionenfach zur Schlachtung nach Bangladesh geschmuggelt. Nun schreitet die Regierung ein. Mehr Von Till Fähnders, Basirhat

25.07.2015, 14:10 Uhr | Politik

Veröffentlicht: 24.12.2012, 10:21 Uhr

Schutz in Deutschland

Von Nikolas Busse

Ein Teil der Bevölkerung beginnt sich unter dem Eindruck der Migrationsströme zu radikalisieren. Der Staat muss reagieren - und die Flüchtlinge verlässlich schützen, die es bis nach Deutschland schaffen. Mehr 25