16.05.2009 · Die Kongresspartei hat die Parlamentswahl in Indien gewonnen. Hochrechnungen zufolge schnitt das Regierungslager besser ab als erwartet und verfehlte nur knapp die absolute Mehrheit. Damit entfällt wohl eine langwierige Koalitionsbildung.
Die regierende Kongresspartei hat die Parlamentswahl in Indien gewonnen. Hochrechnungen zufolge schnitt das Regierungslager besser ab als erwartet und verfehlte nur knapp die absolute Mehrheit.
Damit ist die Kongresspartei zwar auf weitere Bündnispartner angewiesen, das befürchtete wochenlange Geschacher mit kleineren Regionalparteien zur Bildung einer Koalition dürfte aber ausbleiben. Die oppositionelle Allianz um die hinduistisch-nationalistische Bharatiya-Janata-Partei (BJP) räumte ihre Wahlniederlage ein.
Kongresspartei stärkste politische Kraft
Wie der Nachrichtensender NDTV am Samstag berichtete, kann die von der Kongresspartei geführte Koalition mit 253 Sitzen rechnen. 272 wären für die absolute Mehrheit nötig gewesen. Die BJP-geführte Allianz kommt nach den ersten Ergebnissen auf 160 Sitze, kleinere Parteien zusammen auf 87 Sitze.
Die Kongresspartei kam alleine auf 192 Sitze und unterstrich damit ihre Rolle als stärkste politische Kraft im Land. Sie profitierte nach wie vor von dem wirtschaftlichen Aufschwung, den Indien seit ihrem Wahlsieg vor fünf Jahren erlebt hat. Die alles andere als rosigen Aussichten im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise taten der Unterstützung dabei offenbar keinen Abbruch.
Obwohl die Auszählung noch nicht beendet ist, zogen bereits Anhänger der Kongresspartei feiernd durch die Straßen Neu Delhis. Sie zündeten Böller und hielten Plakate von Parteimitgliedern hoch. „Die Ergebnisse sind erfreulich überraschend“, sagte der Chef der Kongresspartei, Oscar Fernandez. „Wir waren zunächst nicht so zuversichtlich, aber jetzt sind wir sehr zuversichtlich und werden die Mehrheit sichern.“
Positive Resonanz der Märkte
Auch am indischen Aktienmarkt dürfte der Wahlsieg gut ankommen. Die Furcht vor einer langwierigen Koalitionsbildung und deswegen instabilen Regierung hatte für Nervosität gesorgt. „Für den Markt wird ein Traum wahr. Besser hätte es nicht ausfallen können“, sagte Samir Arora, Fondsmanager bei Helios Capital in Singapur.
Wegen der Größe Indiens und aus Sicherheitsgründen fand die Wahl seit dem 16. April in fünf Phasen statt. Insgesamt waren 714 Millionen Inder wahlberechtigt. In der letzten Runde hatten am Mittwoch Millionen Inder in neun Bundesstaaten ihre Stimme abgegeben.