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Im Porträt: Dmitrij Medwedjew „Einer wie Putin“

10.12.2007 ·  Nur auf den ersten Blick hat Dmitrij Medwedjew nicht viel mit seinem Chef gemein. Tatsächlich aber unterstützte der „Wirtschaftsliberale“ stets Putins autoritären Bestrebungen - ob bei der Gasprom-Politik, im Fall des Yukos-Konzern oder der Entmachtung des russischen Föderationsrates.

Von Michael Ludwig
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Viele Russen haben gesagt, sie würden am liebsten „einen wie Putin“ als dessen Nachfolger im Präsidentenamt sehen. Dmitrij Medwedjew ist auf den ersten Blick „keiner wie Putin“. Der 42 Jahre alte Jurist und Familienvater hat weder eine KGB-Geschichte hinter sich, noch gehörte er dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB an.

Aber Medwedjew ist ein langes Stück seines politischen Lebensweges mit Putin gegangen. Beide hatten sich noch an der Universität in Leningrad kennengelernt, das nach der Wende wieder zu Sankt Petersburg wurde.

Für die Kontakte zum Ausland verantwortlich

Als Putin von seinem Agentenposten in Dresden in die Heimat zurückkehrte und für den legendären Leningrader Bürgermeister Sobtschak zu arbeiten begann, holte er Medwedjew nach. Medwedjew war in der Stadtverwaltung für die Kontakte zum Ausland verantwortlich. Daneben eröffnete er eine eigene Anwaltskanzlei, spezialisierte sich auf Wirtschafts- und Unternehmensrecht.

Als Putin am Silvestertag 1999 zum geschäftsführenden Präsidenten ernannt wurde, machte er ihn zum stellvertretenden Stabschef der Präsidialverwaltung und 2003 zu deren Chef. Da war Medwedjew bereits drei Jahre lang Vorsitzender des Aufsichtsrates des staatlichen Erdgasmonopolisten Gasprom. Das ist er geblieben. Die Arbeit in der Präsidialverwaltung gab er im November 2005 auf, nachdem ihn Putin zu einem der beiden ersten stellvertretenden Regierungschefs gemacht hatte.

„Wer ist Mr. Medwedjew?“

Medwedjew wurde mit der Aufsicht über die nationalen Projekte betraut. Mit Abermilliarden Rubel sollten das Bildungswesen, der Wohnungsbau, das Gesundheitswesen und der ländliche Raum modernisiert werden. Medwedjew bereiste das Riesenreich, wurde bekannt. Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos versuchte er Antworten auf die Frage zu geben: „Wer ist Mr. Medwedjew?“

In Russland galt er mit German Gref, dem Wirtschafts-, und Aleksej Kudrin, dem Finanzminister, als Vertreter der „Petersburger Liberalen“, die in Putins engerer Umgebung den Einfluss der „Silowiki“, von Leuten aus den Geheimdiensten und anderen militarisierten Organisationen, ausgleichen sollten.

Entscheidend beteiligt an Gasprom-Politik

Aber Medwedjew unterstützte alle autoritären Bestrebungen seines Chefs. Bei der Entmachtung des russischen Föderationsrates war Medwedjew sogar federführend. Der war dazu gedacht, den Provinzen eine politische Stimme zu geben. Heute ist der Rat dem Kreml untergeordnet, wie die Gouverneure. Medwedjew, „der Wirtschaftsliberale“, bestimmte die von den Nachbarn als brutal und als Ausfluss russischen Machtstrebens kritisierte Gasprom-Politik mit, er trat auch nicht als Kritiker der vom Ausland als skandalös bewerteten Zwangsrückverstaatlichung des privaten Ölkonzerns Yukos in Erscheinung.

Andererseits hat er sich von dem Versuch distanziert, Russland gegen Kritik an Rückschlägen auf dem Weg zur Demokratie durch das Schlagwort von der „souveränen Demokratie“ zu schützen. Er sprach sich gegen einen Sonderrabatt aus, den der stellvertretende Chef der Kremlverwaltung, Wladislaw Surkow, forderte. Er sei für Demokratie, ohne Zusätze und Einschränkungen.

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