http://www.faz.net/-gpf-75bv3

Im Norden Nigerias : Sechs Tote bei Attentat auf Christen

  • Aktualisiert am

Unbekannte haben an Heiligabend eine christliche Kirche im Norden Nigerias angegriffen und sechs Menschen getötet. Unter den Opfern ist auch der Pfarrer. Anschließend setzten die Angreifer das Gotteshaus in Brand.

          Im Norden Nigerias sind in der Nacht zum Dienstag mindestens sechs Menschen bei einem Attentat auf eine Weihnachtsmesse getötet worden. Bei der Schießerei in der Millionenstadt Kano kam auch der Pfarrer ums Leben, wie nigerianische Medien unter Berufung auf Polizeiangaben berichten. Eine Gruppe Bewaffneter habe den nächtlichen Gottesdienst gestürmt und das Feuer eröffnet.

          Bereits 2011 hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram am Ersten Weihnachtstag in verschiedenen Städten Nordnigerias Attentate verübt. Unter anderem zündete sie vor einer katholischen Kirche in Suleja im Bundesstaat Niger eine Bombe; dabei kamen rund 30 Menschen ums Leben.

          In Nigeria, wo mehr als 160 Millionen Menschen leben, gilt die Terrorgruppe Boko Haram seit zwei Jahren als größtes Sicherheitsrisiko. Bei Anschlägen im Norden sowie in der Hauptstadt Abuja sollen bislang mehrere tausend Menschen getötet worden sein. Ziele der Fundamentalisten sind nicht nur Kirchen, sondern auch Polizeistationen und militärische Einrichtungen.

          Der katholische Bischof von Sokoto, Matthew Hassan Kukah, rief die Nigerianer zu friedlichem Zusammenleben unabhängig von Religion und Ethnie auf. Nigeria dürfe auf keinen Fall auseinanderbrechen, zitiert die Tageszeitung „Daily Trust“ (Online-Ausgabe Dienstag) aus Kukahs Weihnachtsansprache. Der Bischof forderte die Regierung in der Hauptstadt Abuja sowie die Gouverneure der Bundesstaaten auf, Staatseinnahmen maßvoll zu nutzen und die Sicherheitskräfte angesichts der aktuellen Lage besser auszustatten.

          Das bevölkerungsreichste Land Afrikas besteht zu etwa gleichen Teilen aus Muslimen und Christen. Der Norden ist stark islamisch geprägt; in zahlreichen Bundesstaaten gilt das islamische Recht, die Scharia. Im Süden leben überwiegend Christen.

          Quelle: KNA-BAS

          Weitere Themen

          Die Ratten vom Alexanderplatz

          Kriminalität in Berlin : Die Ratten vom Alexanderplatz

          Unter der Brücke frieren Obdachlose, es gibt Haschisch und Schläge, die Flüchtlinge sind da, junge Menschen hängen ab, von Polizei bewacht. Zwei Nächte an einem „Todesort“ unter dem Fernsehturm Berlins.

          Die Mutter Indiens Video-Seite öffnen

          Indira Gandhi : Die Mutter Indiens

          Indira Gandhi ist eine nationale Ikone Indiens. Doch über das politische Erbe der ersten und einzigen Ministerpräsidentin des Landes wird immer noch gestritten. Heute wäre sie 100 Jahre alt geworden.

          Topmeldungen

          FDP lässt Jamaika platzen : Die Notbremse der Liberalen

          Die FDP konnte in dieser Koalition nichts gewinnen. Die Grünen waren am Drücker. Also noch einmal wählen? Das Grundgesetz spricht eine andere Sprache. Und eine Neuwahl könnte auch Merkel in die Sackgasse führen. Ein Kommentar.

          Die SPD und das Jamaika-Aus : Im strategischen Dilemma

          Das Scheitern der Jamaika-Sondierungen ist für die SPD ein Albtraum – allen öffentlichen Behauptungen zum Trotz. Was machen Nahles, Schulz und Gabriel nach dem Lindner-Manöver?

          Ausland in Sorge : Sehnsucht nach einem stabilen Deutschland

          Das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen in Berlin seien eine schlechte Botschaft für Europa, heißt es aus Frankreich. International wird nun vor allem die Frage nach der Zukunft der Kanzlerin gestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.