http://www.faz.net/-gpf-75bv3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 25.12.2012, 17:16 Uhr

Im Norden Nigerias Sechs Tote bei Attentat auf Christen

Unbekannte haben an Heiligabend eine christliche Kirche im Norden Nigerias angegriffen und sechs Menschen getötet. Unter den Opfern ist auch der Pfarrer. Anschließend setzten die Angreifer das Gotteshaus in Brand.

Im Norden Nigerias sind in der Nacht zum Dienstag mindestens sechs Menschen bei einem Attentat auf eine Weihnachtsmesse getötet worden. Bei der Schießerei in der Millionenstadt Kano kam auch der Pfarrer ums Leben, wie nigerianische Medien unter Berufung auf Polizeiangaben berichten. Eine Gruppe Bewaffneter habe den nächtlichen Gottesdienst gestürmt und das Feuer eröffnet.

Bereits 2011 hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram am Ersten Weihnachtstag in verschiedenen Städten Nordnigerias Attentate verübt. Unter anderem zündete sie vor einer katholischen Kirche in Suleja im Bundesstaat Niger eine Bombe; dabei kamen rund 30 Menschen ums Leben.

In Nigeria, wo mehr als 160 Millionen Menschen leben, gilt die Terrorgruppe Boko Haram seit zwei Jahren als größtes Sicherheitsrisiko. Bei Anschlägen im Norden sowie in der Hauptstadt Abuja sollen bislang mehrere tausend Menschen getötet worden sein. Ziele der Fundamentalisten sind nicht nur Kirchen, sondern auch Polizeistationen und militärische Einrichtungen.

Der katholische Bischof von Sokoto, Matthew Hassan Kukah, rief die Nigerianer zu friedlichem Zusammenleben unabhängig von Religion und Ethnie auf. Nigeria dürfe auf keinen Fall auseinanderbrechen, zitiert die Tageszeitung „Daily Trust“ (Online-Ausgabe Dienstag) aus Kukahs Weihnachtsansprache. Der Bischof forderte die Regierung in der Hauptstadt Abuja sowie die Gouverneure der Bundesstaaten auf, Staatseinnahmen maßvoll zu nutzen und die Sicherheitskräfte angesichts der aktuellen Lage besser auszustatten.

Das bevölkerungsreichste Land Afrikas besteht zu etwa gleichen Teilen aus Muslimen und Christen. Der Norden ist stark islamisch geprägt; in zahlreichen Bundesstaaten gilt das islamische Recht, die Scharia. Im Süden leben überwiegend Christen.

Mehr zum Thema

Quelle: KNA-BAS

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gewalt und Islam Muslimischer Theologe sieht Religion als Schutz vor Terrorismus

Nach den jüngsten Anschlägen von Anhängern der Terrormiliz IS melden sich Vertreter von Islam und Christentum zu Wort. Die Einschätzung der Gefahren und Ursachen unterscheiden sich dabei deutlich. Mehr

29.07.2016, 13:50 Uhr | Politik
Zeremonie in Normandie Gedenken an getöteten Pfarrer

Mit einer Zeremonie ist im französischen Städtchen Saint-Etienne-du-Rouvray des getöteten Priesters gedacht worden. Zwei radikale Islamisten hatten eine Kirche überfallen und den Geistlichen getötet. Nach dem Anschlag auf das Gotteshaus hat eine IS-nahe Agentur ein weiteres Video veröffentlicht, das einen der Attentäter zeigen soll. Mehr

29.07.2016, 15:02 Uhr | Gesellschaft
Serie Einfach mal anhalten Beten in der Mittagspause

Oft vorbeigeradelt: Mitten in München lädt eine Kirche zur Mittagsandacht. In der ersten Folge unserer Serie Einfach mal anhalten geht es um einen religiösen Stopp im hektischen Berufsalltag. Mehr Von Eva Heidenfelder

28.07.2016, 05:28 Uhr | Beruf-Chance
Regenzeit Viele Tote durch Überschwemmungen in Nepal

Bei Überflutungen in Nepal sind durch steigende Wasserstände und Erdrutsche mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. In der Regenzeit von Juni bis September kommt es in Nepal immer wieder zu Hochwasser, in jedem Jahr sterben dadurch Hunderte Menschen. Mehr

29.07.2016, 15:02 Uhr | Gesellschaft
Nach Amoklauf in München Trittbrettfahrern drohen hohe Kosten

Mehrmals haben Menschen in sozialen Medien nach dem Amoklauf vergangenen Freitag in München Straftaten angedroht. Eine Provokation, die teuer werden kann. Mehr

28.07.2016, 16:37 Uhr | Gesellschaft

Söder persönlich

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Die Kanzlerin bekräftigt „Wir schaffen das“ und die CSU bleibt leise? Nein, denn jetzt hat sich Markus Söder zu Wort gemeldet. Fragt sich nur, was er denn von der Kanzlerin erwartet hatte. Mehr 36 30