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Veröffentlicht: 18.12.2012, 16:29 Uhr

Im britischen Kabinett Eine Königin besucht ihre Regierung

Seit 1781 hat kein britischer Monarch mehr an einer Kabinettssitzung teilgenommen - bis heute. Da besuchte die Queen ihren Premier und seine Minister - und erhielt Geschenke zu ihrem  Thronjubiläum. 

von , London
© Reuters Dafür wurde königsblau erfunden: Queen Elisabeth II. mit Außenminister William Hague

Am Kabinettstisch von Downing Street hat nur der Stuhl, der dem Premierminister als Sitzungsleiter gewöhnlich vorbehalten ist, eine Armlehne. Diesen Stuhl hat David Cameron am Mittwoch für die Königin geräumt, die zum Abschluss des diamantenen Thronjubiläumjahres erstmals an einer Sitzung der Minister der Regierung ihrer Majestät teilnahm - als Beobachterin freilich, wie hervorgehoben wurde, um der möglichen Kritik vorzubeugen, dass die über der Politik stehende konstitutionelle Monarchin ihre Kompetenzen überschreite.

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Trotzdem hat sie sich zwei Mal flüchtig zu Wort gemeldet - einmal mit der humorvollen Bitte, die nächste Rede, die sie zur traditionellen Parlamentseröffnung im Auftrag ihrer Regierung vortragen muss, möglichst kurz zu fassen, und schließlich mit einem Weihnachtswunsch. Zuvor tauschte sie mit dem Schatzkanzler einige scherzhafte Worte über die Goldbarren aus, die sie in der vergangenen Woche bei ihrem Besuch der Bank von England besichtigt hatte.

Britain's Queen Elizabeth listens during a cabinet meeting in the Cabinet Room of Number 10 Downing Street in London © Reuters Vergrößern Selbst Cameron rückte einen Stuhl weiter: Elisabeth II. zwischen dem Premierminister und Außenminister Hague

Passend zum Anlass, der ihre Rolle als Aufseherin des demokratischen Prozesses symbolisiert, trug die Königin das übrigens von Margaret Thatcher bevorzugte Königsblau. Die Monarchin saß zwischen dem Premierminister David Cameron und Außenminister William Hague und lauschte dem Fraktionsvorsitzenden Sir George Young, der die bevorstehende parlamentarischen Geschäfte umriss, darunter ein Punkt, der die besondere Aufmerksamkeit der Besucherin gefunden haben dürfte: die Verabschiedung des Gesetzes zur Änderung der Thronfolgeregelung, wonach das erstgeborene Kind von Prinz William und seiner Ehefrau Kate, gleich welchen Geschlechtes, hinter Prinz Charles und Prinz William den dritten Platz in der Rangfolge einnehmen wird. Bisher wurden Mädchen durch ihre jüngeren Brüder verdrängt.

Letzter Monarch besuchte 1781 eine Kabinettssitzung

Als Jubiläumsgeschenk erhielt die Königin von ihren Ministern sechzig Telleruntersätze mit Abbildungen von alten Stichen aus Windsor und Buckingham Palace. Wie Cameron dem hohen Gast erklärte, habe der Vater der Königin, Georg VI., im Zweiten Weltkrieg zwar einer Sitzung des Kriegskabinetts beigewohnt, doch nicht in Downing Street. Der letzte Monarch, der dort an einer Sitzung des Kabinetts teilgenommen habe, sei Georg III. gewesen, im Jahr 1781, während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Anklänge an die Geschichte fanden sich auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Außenministerium, zu dem die Königin nach dem Besuch in Downing Street hinüberspazierte. Dort verkündete Hague, dass der seit 1908 von den Briten beanspruchte Teil des Südpols zur Feier des Thronjubiläums künftig „Queen Elizabeth Land“ heißen werde. Die Fläche ist mit knapp 440.000 Quadratkilometern fast doppelt so groß wie das Vereinigte Königreich.

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