13.06.2005 · Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat am Montag seinen Generaldirektor Mohammed el Baradei für weitere vier Jahre im Amt bestätigt - nach einem diplomatischen Eklat mit Japan.
Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat am Montag seinen Generaldirektor Mohammed el Baradei für weitere vier Jahre im Amt bestätigt.
Die Wiederwahl des 62 Jahre alten Baradei durch die 35 Mitgliedstaaten erfolgte nach stundenlangen Verzögerungen durch die japanische Delegation einstimmig. Die Vereinigten Staaten hatten erst in der vergangenen Woche ihren Widerstand gegen eine dritte Amtszeit des ägyptischen Diplomaten aufgegeben.
Eklat nach japanischer Weigerung
Unmittelbar vor der Wiederwahl lehnte die japanische Delegation am Montag in Wien zum Auftakt der Tagung des IAEA-Gouverneursrats überraschend eine Änderung der Tagesordnung ab, wonach die als sicher geltende Bestätigung Baradeis schon zu Beginn der Konferenz stattfinden sollte. Wegen der Weigerung Japans mußte die Sitzung für mehrere Stunden unterbrochen werden.
Japan hatte ursprünglich selbst Interesse an der Übernahme des Chefpostens bei der IAEA gezeigt. Die Verzögerung der Wahl durch Tokio gehe weit über die üblichen diplomatischen Gepflogenheiten hinaus, hieß es aus europäischen Delegationskreisen. Das japanische Verhaltung sei auch ein Affront gegen el Baradei, der seit 1997 an der Spitze der IAEA steht.
Die Vereinigten Staaten hatten monatelang versucht, eine dritte Amtszeit des Ägypters zu verhindern, jedoch keinen Rückhalt unter den übrigen 34 Mitgliedstaaten des Gouverneursrats gefunden. Vor dem Irak-Krieg hatte el Baradei den Unmut der amerikanischen Regierung auf sich gezogen, weil er Informationen des amerikanischen Geheimdienstes CIA über angebliche Massenvernichtungswaffen des früheren Machthabers Saddam Hussein bezweifelt hatte. Diese Waffen wurden bis heute nicht gefunden.