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Hungerkrise EU liefert Lebensmittel nach Nordkorea

04.07.2011 ·  Die EU will Lebensmittel im Wert von zehn Millionen Euro nach Nordkorea liefern. Damit sollen 650.000 Menschen in der kommunistischen Diktatur vor dem Hungertod bewahrt werden.

Von Nikolas Busse, Brüssel
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In Nordkorea hat sich die Lebensmittelknappheit offenbar so verschlimmert, dass die EU ein Notprogramm beginnt, um mehr als eine halbe Million Menschen vor dem Verhungern zu bewahren. Die EU-Kommission teilte am Montag in Brüssel mit, dass sie Lebensmittel im Wert von zehn Millionen Euro in das Land liefern wird, um vor allem Kinder unter fünf Jahren zu helfen, die wegen schwerer akuter Unterernährung im Krankenhaus liegen. Die Hilfslieferungen, die vor allem für den Norden und Osten des Landes gedacht sind, sollen 650 000 Menschen helfen, bis zur nächsten Getreideernte im Oktober zu überleben.

Die kommunistische Diktatur Nordkoreas hat seit vielen Jahren Schwierigkeiten mit der Versorgung der Bevölkerung. Nach Einschätzung der EU-Kommission ist die Lage nach einem harten Winter und Überschwemmungen derzeit aber schlimmer als gewöhnlich. Auf Bitten der nordkoreanischen Führung hatte die Kommission im Juni für eine Woche Fachleute in das Land geschickt, die herausfanden, dass die staatlichen Essensrationen, auf die zwei Drittel der Bevölkerung angewiesen sind, von 400 Gramm Getreide je Person und Tag auf 150 gesenkt wurden.

Das entspreche weniger als 400 Kilokalorien, mithin nur einem Fünftel der empfohlenen Tageszufuhr oder einer kleinen Schüssel Reis. Ein Großteil der Bevölkerung bekomme nicht genug Nahrung, es werde verbreitet Gras gegessen.

UN-Welternährungsprogramm wird Verteilung übernehmen

Die Hilfe der EU wird sich auf die am meisten betroffenen Gebiete konzentrieren. Neben Kindern sollen schwangere und stillende Frauen, Patienten in Krankenhäusern und Alte Lebensmittel erhalten. Mit den nordkoreanischen Behörden sei vereinbart worden, die Lieferungen direkt von den Häfen zu den Bedürftigen zu bringen. Das Welternährungsprogramm der UN wird die Verteilung übernehmen.

Die Kommission wies darauf hin, dass strikte Kontrollen vorgenommen würden, um zu verhindern, dass Lebensmittel abgezweigt werden. Die für humanitäre Hilfe zuständige Kommissarin Georgieva ließ mitteilen, dass man nicht zögern werde, die Hilfe sofort wieder einzustellen, falls sie die Bevölkerung nicht erreiche. Unter anderem seien 400 Kontrollen im Monat in Lager- und Krankenhäusern oder auf Märkten geplant.

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Jahrgang 1969, politischer Korrespondent für die Nato und die EU mit Sitz in Brüssel.

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