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So schlecht geht es Venezuela : Hunger, Flucht, Kindersterblichkeit

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Ein Demonstrant steht in Caracas der Polizei gegenüber. Bild: Reuters

Während in Venezuela über eine neue Verfassung abgestimmt wird, wächst die Angst vor noch größeren Unruhen. Wer verstehen will, warum die Menschen in dem Land so wütend sind, sollte diese zehn Fakten kennen.

          Mit dem Absturz des Ölpreises seit 2014 hat sich auch die Lage im sozialistischen Venezuela, dem Land mit den größten Reserven der Welt, dramatisch verschärft. Die Abhängigkeit wurde zum Fluch. 95 Prozent der Exporteinnahmen hängen vom „schwarzen Gold“ ab.

          ABSTURZ: Laut Schätzungen ist das Bruttoinlandsprodukt 2016 um bis zu 18 Prozent geschrumpft. Die Sozialleistungen sind kaum noch zu finanzieren, da parallel noch Milliardenkredite zu bedienen sind.

          AUSVERKAUF: Bis 2014 lag das Land mit 367 Tonnen Gold weltweit auf Platz 3 bei dem größten Goldanteil an den Währungsreserven. Nach neuen Zahlen sind die Goldreserven auf 187,5 Tonnen geschrumpft.

          INFLATION: Ist die höchste der Welt, vieles wird unerschwinglich. Dem Staat fehlen zudem die Mittel, um genug Medizin und Lebensmittel einzuführen. Menschen hungern, überall prägen Schlangen das Bild.

          KINDERSTERBLICHKEIT: Diese ist um 30 Prozent, die Müttersterblichkeit um 65,8 Prozent gestiegen. Als die Gesundheitsministerin Antonieta Caporale diese Zahlen im Mai veröffentlichte, wurde sie gefeuert.

          FLUCHT: Allein in Kolumbien sollen sich bis zu 140.000 Venezolaner illegal aufhalten, auch nach Brasilien flüchten viele. Rund 4500 Frauen sollen in Kolumbien inzwischen als Prostituierte arbeiten.

          ISOLATION: Nur noch Kuba und Bolivien verteidigen vehement den sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro, die südamerikanische Wirtschaftsunion Mercosur hat Venezuela bereits 2016 suspendiert.

          RISS IM EIGENEN LAGER: Generalstaatsanwältin Luisa Ortega ist zur Schlüsselfigur geworden. Einst glühende Anhängerin von Hugo Chávez, hat sie mit Nachfolger Maduro gebrochen. Sein Rückhalt bröckelt.

          ABGEKOPPELT: Am Flughafen bei Caracas herrscht oft gähnende Leere. Mit der Fluggesellschaft Avianca stellte gerade nach Lufthansa, Alitalia und Co. die zehnte Airline ihre Flüge nach Venezuela ein.

          TOURISMUSFLAUTE: Die Isla Margerita fristet ein Schattendasein, kaum jemand verirrt sich in das hochgefährliche Land, in dem die Gewalt den Alltag dominiert. 2016 wurden 28.479 Morde gezählt.

          VERKAUFTE HAARE: Zum Symbol für die von einer massiven Geldentwertung getroffene Bevölkerung sind die Frauen geworden, die an der Grenze zu Kolumbien ihre Haare abschneiden lassen, um sie zu Geld zu machen.

          Venezuela : Aufgeheizte Stimmung vor der Wahl

          Quelle: dpa

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